DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Film-Projekt "Kleine graue Wolke": Sabine nimmt der Zukunft mit Multiple Sklerose ihren Schrecken

"An Ihrem blauen Himmel ist eine kleine graue Wolke aufgezogen": Als der Arzt ihr im August 2011 die Diagnose Multiple Sklerose gestellt hat, sah sich Sabine Volgmann eher mit einem "schwarzen Gewitter" konfrontiert: Für die damals 25-jährige Studentin änderte sich schlagartig ihr gesamtes Leben-um die Krankheit zu verarbeiten und neue Hoffnung zu schöpfen, startete sie das preisgekrönte Film-Projekt "Kleine graue Wolke", das zugleich ihr Motto beschreibt, mit dem sie im Rahmen des Welt MS Tages auch andere junge Neuerkrankte motivieren will, ihre Zukunft mit MS positiv zu gestalten.

"Die Zukunft gestalten": Mit diesem Leitmotiv lenkt die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) anlässlich des Welt MS Tages den Blick auf Perspektiven für junge Menschen mit Multiple Sklerose und stellt Beispiele vor, die mit ihrer Geschichte und ihrem Lebensmotto Mut machen.

Sabine mit der Kamera auf den Spuren der MS

Sehstörungen plus Kribbeln in den Fingern und Füßen: Mitten im 4. Semester ihres Bachelorstudiums Medienproduktion an der Hochschule OWL erhielt Sabine Volgmann die niederschmetternde Diagnose Multiple Sklerose. Aufgeben kommt für die lebenslustige junge Frau nicht infrage. Im Gegenteil: Sie stellt sich den drängenden Fragen und der Herausforderung, die diese unberechenbare Krankheit für sie und alle anderen MS Erkrankten bereithält.
In ihrem 90-minütigen experimentellen Dokumentarfilm, "Kleine graue Wolke" begibt sich die junge Autorin und Regisseurin auf eine Reise durch Deutschland, trifft an verschiedenen Drehorten Menschen mit MS, um Antworten auf die Fragen eines jeden Neubetroffenen zu finden: Wer bin ich jetzt eigentlich? Was wird mit mir passieren? Bin ich in 20 Jahren an einen Rollstuhl gefesselt? Mutig stellt sie sich den gemeinsamen Ängsten, filmt sich bei ihrer ersten Therapie, trifft MS-Erkrankte mit sehr starken Behinderungen, konfrontiert sich mit dem täglichen Spritzen der Medikamente und sucht eine Taktik, um mit den täglichen Nebenwirkungen der MS zu leben.

Der Film soll vor allem neu diagnostizierten jungen Menschen mit MS mögliche Wege zeigen, mit dieser Krankheit umzugehen. "Kleine graue Wolke" richtet sich jedoch ebenso an ein breiteres Publikum. So kann er auch schon länger Erkrankten neue Anregungen geben, sich der Krankheit zu stellen. Er gewährt Angehörigen einen wichtigen Einblick in die Psyche einer MS-Erkrankten. Und zu guter Letzt regt er jeden Einzelnen von uns zum Nachdenken an über unser Leben und die Auswirkungen unseres täglichen, immer stärker werdenden Stresses.

"Das Gewitter wird immer mehr zur kleinen Wolke"

"Warum machst du das überhaupt? Das könnte ich nicht! – So oder so ähnlich sind die Reaktionen derjenigen, denen ich von meinem Vorhaben erzähle, zwei durch die MS stark beeinträchtigte Menschen zu treffen. Dieser Wunsch nach Konfrontation stößt zum Teil auf Unverständnis, zum Teil auf Bewunderung", berichtet die junge Regisseurin von ihren Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen, die mal mehr und mal weniger stark mit den Symptomen der noch immer unheilbaren Krankheit zu kämpfen haben. Nicht zuletzt entpuppt sich die Produktion des Filmes für die Regisseurin als Reise zu sich selbst:

"Auf meiner Reise durch das Filmprojekt erkenne ich immer mehr und mehr wie recht mein Neurologe hatte", zieht die junge Hamburgerin auf Anfrage des DMSG-Bundesverbandes eine positive Zwischenbilanz: "Das Gewitter wird immer mehr zur kleinen Wolke. "Durch den Raum, den ich der MS zurzeit gebe, wird sie eher kleiner als größer. Für mich ist MS Kopfsache."

Das Film-Projekt entsteht als Bachelor-Arbeit im Fachbereich Medienproduktion der Hochschule OWL und wird von Prof. Heizo Schulze betreut. Produziert wird der Film von der Hamburger Produktionsfirma Frog Motion Filmproduktion. Die "Kleine Graue Wolke" hat an der Hochschule OWL bereits einen Drehbuchpreis gewonnen und wird von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein gefördert.

"Mit Beginn des 6. Semesters meines Filmstudiums habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, mit meinem Abschlussprojekt anderen Menschen, vor allem auch jungen MS-Erkrankten, zu helfen und ihnen Mut zu machen", erklärt Sabine ihre Motivation, sich auf diese Reise durch den Alltags-Dschungel mit MS zu begeben - zu Menschen mit Behinderung, zu Menschen, die schweigen, weil sie Angst um ihren Job haben und vielen mehr. "So versuche ich selbst einen Weg zu finden mit dieser Diagnose umzugehen und den neuen Lebensmut, den ich durch diese Reise bekomme, den anderen weiterzugeben", freut sich die Jungregisseurin über die positive Resonanz.

mehr über das Filmprojekt "Kleine graue Wolke"

 

Multiple Sklerose beginnt zumeist zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr. Die Symptome reichen von leichten Missempfindungen wie Taubheitsgefühlen und Erschöpfung bis hin zu Sehstörungen und Bewegungseinschränkungen. Kein Grund zum Verzweifeln: Ob in Beruf, Familie, Sport oder Freizeit – mit Unterstützung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) stehen MS-Erkrankten heute fast alle Möglichkeiten offen. Die Botschaft des Welt MS Tages lautet: Auch mit MS geht das Leben weiter, lassen sich Zukunftspläne realisieren. Im Flyer der DMSG verraten zum Welt MS Tag junge Menschen mit MS ihr persönliches Motto für ihr Leben mit der Krankheit, formulieren ihre Wünsche an die Zukunftsgestaltung und berichten, wie Sie die großen und kleinen Hürden im Alltag mit MS nehmen. Mehr

Quelle: Sabine Volgmann, Bilder

- 19.04.2013