DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Initialzündung für die Suche nach Therapien der progressiven Verlaufsformen der Multiplen Sklerose: Internationale Progressive MS Alliance startet Forschungsoffensive

Kräfte bündeln und Barrieren beseitigen, um die Entwicklung von Therapien der progressiven Multiple Sklerose zu beschleunigen: Mit diesem Ziel hat die internationale Progressive MS Alliance auf dem ECTRIMS/ ACTRIMS-Kongress die ersten 22 Stipendien für Forscher aus 9 Ländern vorgestellt. Die Progressive MS Alliance ist ein weltweiter Zusammenschluss von MS-Gesellschaften mit dem Fokus, Lösungen für die progressiven Verlaufsformen der MS zu finden.

Obwohl es große Fortschritte im Verstehen und bei der Behandlung von schubförmig verlaufender Multiple Sklerose gibt, sind die Forschungsergebnisse, die zu einer Therapie der progressiven MS führen könnten, schwer fassbar geblieben. Menschen mit progressiver Multipler Sklerose sehnen sich nach Lösungen. Wenn sich nichts ändert, könnten weitere Jahrzehnte vergehen ohne notwendige Behandlungsoptionen. Diese Situation ist für MS-Erkrankte und ihre Familien unannehmbar. Aus dieser Notwendigkeit heraus hat das globale Netzwerk der Progressive MS Alliance ein umfangreiches Programm zur Förderung von neuen Behandlungsoptionen gestartet, um rund um den Erdball gemeinsam Antworten zu finden, die im Bereich der progressiven MS so dringend gebraucht werden.

Langfristige Investition in die Suche nach Lösungen für die Behandlung von progressiver MS

In der ersten Runde des Finanzierungsprogrammes, das 22 Millionen € im Laufe der nächsten sechs Jahre kumulativ in Forschungsprojekte investieren wird, sollen international zusammenarbeitende Forschungsnetze gestärkt und neue Forschungen angeregt werden. Die Resonanz ist groß: Insgesamt 195 eingegangene innovative Forschungsvorschläge aus weltweit 22 Ländern sprechen für die Notwendigkeit und die Zündkraft dieser Initiative.

Kräfte bündeln: Renommierte Institute und umfassender Fokus

Bei den ersten Bewilligungen handelt es sich um innovative Pilotstudien, die damit beginnen, Kenntnisse zu bündeln und Lücken in der Infrastruktur zu füllen. Dies betrifft die Bestimmung und Prüfung infrage kommender Behandlungen, ein besseres Grundverständnis der Nervendegeneration und den Aufbau von Datenbanken und Biobanken (Verwahrungsort der für Forschungszwecke bestimmten biologischen Proben), um langfristige Bildaufnahmen, genetische Zusammenhänge und Befunde im Zusammenhang mit progredienter MS künftig besser verstehen zu können. Die Leitung dieser 22 Projekte der ersten Förderrunde übernehmen Wissenschaftler von Forschungsuniversitäten und Unternehmen, die in den folgenden Kernbereichen führend sind. Eine umfassende Übersicht jedes einzelnen Förderzuschusses finden Sie hier: www.ProgressiveMSAlliance.org:

  • Klinische Untersuchungen und Ergebnisbewertung: University Hasselt (Belgien), Imperial College London (Großbritannien), Johns Hopkins University (USA), Mount Sinai School of Medicine (USA), Umeå University (Schweden)
  • Biomarker zur Kennzeichnung des Krankheitsverlaufs: VU University Medical Center (Niederlande), Vall d’Hebron Research Institute (Spanien)
  • Genstudien: Karolinska Institute (Schweden), University of California-San Francisco (USA), The International Multiple Sclerosis Genetics Consortium (Großbritannien)
  • Studien zur Rehabilitation: Kessler Foundation Research Center (USA), Plymouth University (Großbritannien)
  • Symptomatik und Dokumentation des Krankheitsverlaufs: Brigham and Women’s Hospital (USA), VU University Medical Center (Niederlande), McGill University (Kanada), Monash University (Australien), University of Edinburgh (Großbritannien), University of Verona (Italien), Yale University (USA)
  • Entwicklung neuer Krankheitsmodelle: Renovo Neural, Inc. (USA), Stanford University (USA) Die strategischen Finanzierungsprioritäten der Alliance orientieren sich an den Leitlinien bekannter MS-Forscher aus unterschiedlichen Fachbereichen und Ländern und konzentrieren sich auf folgende Schwerpunkte:
  • Ein besseres Verständnis des Krankheitsverlaufs zwecks Bestimmung von Behandlungsoptionen
  • Die Beschleunigung klinischer Studien zur Bemessung des Behandlungserfolgs

  • Die Untersuchung von Wirkstoffen, die den Krankheitsverlauf aufhalten oder umkehren können

  • Die Entwicklung und Bewertung von neuen Therapien zur Linderung der Symptome Die Progressive MS Alliance ist eine beispiellose internationale Initiative, die Mittel und Experten verbindet, um Antworten zu finden und Lösungen zu entwickeln, die progressive MS zu beenden. Auch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. engagiert sich in der 2012 gegründeten Progressive MS Alliance in der Forschungsförderung und ist zusätzlich durch Mitglieder des Ärztlichen Beirates in verschiedenen Gremien vertreten. Mehr

Mehr Geld für die Forschung

Um beschleunigten Fortschritt zu sichern, wird die Verbindung später in diesem Jahr eine neue Ausschreibung veröffentlichen. Mehr über die Alliance und Details zu den neuen Forschungsinitiativen erfahren Sie hier: www.ProgressiveMSAlliance.org

Quelle: PM der Progressive MS Alliance

- 12.09.2014