DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

MS-Erkrankten eine Stimme geben

Beim Berliner Landesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) wurde ein Audio-Podcast-Projekt über Multiple Sklerose mit dem Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe ausgezeichnet: Brigitte Hagedorn ist selbst an MS erkrankt und will auf diesem Weg Menschen mit MS ein zusätzliches Sprachrohr bieten.

Mit dem Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe zeichnet die Hertie-Stiftung dieses Jahr zum 20. Mal modellhafte Aktivitäten von Selbsthilfegruppen und besonders engagierten Menschen aus. Der mit insgesamt 25 000 Euro dotierte Preis wird für Aktivitäten im Bereich der Multiplen Sklerose (MS) und der neurodegenerativen Erkrankungen wie z.B. Parkinson und Alzheimer verliehen.

Hörbericht: MS-Erkrankte sprechen über ihr Leben mit MS

Bild: Ulrike Altekruse © Die Jury, in der auch die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Dorothea Pitschnau-Michel saß, wählte in diesem Jahr drei Preisträger aus. Eine davon ist Brigitte Hagedorn. Die Berlinerin lässt in ihren Hör-Podcasts Betroffene über ihr Leben mit MS erzählen: Wie sie mit der Krankheit umgehen, welche Herausforderungen sie meistern, wer sie unterstützt oder behindert und vieles mehr. Die freie Journalistin ist selbst seit fünf Jahren an MS erkrankt und möchte mit ihrem 2010 ins Leben gerufenen Projekt für gesprochene Multiple Sklerose-Podcasts Betroffenen eine "Stimme geben" und die Aufmerksamkeit für deren Belange erhöhen. "Er soll Betroffene, Angehörige und Nicht-Betroffene informieren und natürlich Mut machen, um den eigenen Weg mit der Krankheit zu gehen", erklärt die Preisträgerin, die sich sehr über die Anerkennung für ihre Arbeit durch den Hertie-Preis freut.

Preisträgerin ist selbst an MS erkrankt und verschafft mithilfe der DMSG Gehör für die Anliegen von Menschen mit MS

Sie möchte sowohl das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro als auch die mediale Aufmerksamkeit nutzen, um den Podcast weiter voranzubringen. "Bisher hatte das Podcast-Blog mehr als 3000 Besucher. Bei ca. 130.000 MS-Erkrankten in Deutschland sehe ich noch Potenzial nach oben", meint Brigitte Hagedorn lachend. Sie habe bereits begonnen, die Interviews in Schriftform umwandeln zu lassen, um auch hörgeschädigten Menschen den Zugang zu den Geschichten zu ermöglichen und natürlich werden weitere interessante Interviews produziert.

Großen Anklang fand das Projekt der Berliner Journalistin bereits beim diesjährigen Welt MS Tag als Brigitte Hagedorn ihren "MS-Podcast" an einer eigenen Hörstation in der Geschäftsstelle des DMSG-Landesverbandes Berlin präsentierte. Hier hören Sie mehr.

Quelle: ptext, Pressemitteilung Hertie-Stiftung - 6. Dezember 2011

- 06.12.2011