DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Hitze bremst Hirnfunktion: Neues zum Verhältnis von Temperatur und Multipler Sklerose

Menschen mit MS müssen bei Hitze unter Umständen auch mit Einschränkungen ihrer Hirnleistung rechnen: An warmen Tagen können sich Gedächtnisfunktion und kognitive Fähigkeiten vermindern, hat eine US-amerikanische Studie jetzt herausgefunden.

Viele MS-Erkrankte kennen das: Bei hohen Temperaturen verstärken sich ihre Krankheitssymptome. Die Reaktionen reichen von erhöhter Fatigue, allgemeiner Schwäche, Lähmungen, Sehverschlechterung bis zur Zunahme der Spastik – auch bekannt als das Uhthoff-Syndrom. Hier lesen Sie mehr

Eine neue US-Studie weist jetzt daraufhin, dass nicht nur vermehrt motorische Beschwerden zu verzeichnen sind. Demnach beeinträchtigt die Hitze auch die kognitiven Funktionen der Patienten, die Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen im Gehirn verlangsamt sich.

MS-Erkrankte reagieren stärker auf Hitze

Die Ergebnisse beruhen auf einer wissenschaftlichen Untersuchung mit 40 MS-Patienten und 40 gesunden Personen. Alle Teilnehmer absolvierten an verschiedenen Tagen bei unterschiedlichen Temperaturen eine Reihe von Kognitionstests, um Gedächtnis oder Verarbeitungsgeschwindigkeit zu überprüfen.

Das Resultat: Die MS-Patienten schnitten an heißen Tagen im Schnitt 70 Prozent schlechter ab als an kühlen Tagen. Bei den gesunden Teilnehmern in der Vergleichsgruppe wurden keine temperaturbedingten Unterschiede bei der kognitiven Leistung festgestellt.

"Diesen Einfluss von Hitze sollten Forscher bei klinischen Studien mit MS-Kranken berücksichtigen", erklärte Dr. Victoria Leavitt aus West Orange in New Jersey im Namen der Forschergruppe in einer Mitteilung der American Academy of Neurology (AAN).

Weitere Ergebnisse der Studie sollen auf dem Kongress der AAN vom 9. bis 16. April in Honolulu präsentiert werden.

 
Quellen: www.msrc.co.uk, Ärztezeitung - 22. Februar 2011
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 25. Februar 2011
 

- 25.02.2011