DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Leben mit MS

Palliative Beratungs-Hotline für Menschen mit schwerer Multiple Sklerose feiert Geburtstag

Der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) bietet seit einem Jahr in Kooperation mit dem Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln eine deutschlandweite Beratungs-Hotline für schwer an MS erkrankte Menschen an: Unter der Telefonnummer 0221-478-98400 erhalten Betroffene, Angehörige und Versorger eine schnelle und unkomplizierte Beratung über die Möglichkeiten der palliativen und hospizlichen Versorgung in ihrer individuellen Situation.

Über 150 MS-Erkrankte, Angehörige und Helfer suchten bereits nach Hilfe

Im September 2014 ist die Beratungs-Hotline gestartet – mit großer Resonanz. Schon im ersten Jahr gingen mehr als 150 Anrufe ein, überwiegend von Patienten und deren Angehörigen, aber auch von professionellen Helfern. Für mehr als ein Drittel der Betroffenen wurde das Hinzuziehen von palliativen oder hospizlichen Versorgungsstrukturen als sinnvoll erachtet und es wurden entsprechende Informationen und Kontakte vermittelt.

Die feste Sprechstunde der Beratungs-Hotline ist mittwochs von 9-11 Uhr, aber auch außerhalb dieser Zeit ist das Beratungstelefon erreichbar und sichert über einen Anrufbeantworter einen zeitnahen Rückruf zu.

Themen reichen von Atembeschwerden bis zum Umgang mit dem Tod

Die geschilderten Problemlagen der Patienten deuten in gut der Hälfte (49%) der Fälle auf typische Symptome bei MS hin, so zum Beispiel eingeschränkte Mobilität, Sprechschwierigkeiten und Probleme bei Harn- und Stuhlentleerung. Jedoch berichteten Anrufer in 35% der Fälle auch von psychosozialen Problemen (u.a. unpassende Wohnsituation, psychische Belastungen, Probleme in der Beziehung) und in 28% der Fälle über typische palliative Symptome, wie Schmerzen und Atembeschwerden. Vereinzelt äußerten die Anrufer den Wunsch, Themen wie Sterben und den Tod zu besprechen.

Die Anrufe des ersten Jahres zeigen, dass Aufklärung und Beratung über palliative und hospizliche Versorgungsmöglichkeiten für die Gruppe der schwer an MS erkrankten Menschen und ihren Angehörigen eine sinnvolle Ergänzung zur bereits bestehenden Versorgung darstellen und diese Strukturen in Zukunft stärker in die Versorgung der Menschen mit schwerer MS eingebunden werden sollten.

- 20.10.2015