DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Rocken gegen Multiple Sklerose - gemeinsam Wut in Hoffnung verwandeln

Der DMSG-Bundesverband und der neue DMSG-Kontaktkreis für junge MS-Erkrankte F.U.MS (Fuck U Multiple Sclerosis) haben gemeinsam mit dem Musikmagazin VISIONS Karten für die Vans Warped Tour verlost–die Gewinner erlebten nicht nur ein unvergessliches Konzert, sondern trafen auch den F.U.MS-Schirmherren Aaron Solowoniuk, Drummer der kanadischen Rockband Billy Talent, der selbst an MS erkrankt ist, sich seit Jahren für junge MS-Erkrankte engagiert und für seine deutschen Fans F.U.MS-Shirts signiert hat, die es jetzt beim DMSG-Bundesverband zu gewinnen gibt.

12 Stunden Rockmusik, über 20 Bands plus die Möglichkeit, andere junge Leute mit MS kennenzulernen: All das hat das Konzertfestival in Berlin geboten. "Total schön, aber auch anstrengend", so das Fazit von Peggy und Maike. Für die Gewinnerinnen war das Treffen mit Aaron von Billy Talent der Höhepunkt eines aufregenden Tages. Der Rockstar hat nach seiner MS-Diagnose die Initiative F.U.MS auf die Beine gestellt und unterstützt so gemeinsam mit der kanadischen MS-Gesellschaft, junge MS-Erkrankte, die Forschung und das MS Summer Camp. Jetzt übernahm er auch die Schirmherrschaft der gleichnamigen Kontaktgruppe im DMSG-Landesverband Nordrhein-Westfalen: F.U.MS (Fuck U Multiple Sclerosis - Turning Anger Into Hope in Germany). Der eindringliche Name drückt die Power aus, mit der die Mitglieder der Krankheit entgegentreten und Wut in Hoffnung verwandeln wollen: "Self Empowerment" lautet die Devise. Beim Konzert kam Aaron mehrfach ins Publikum zum Stand von F.U.MS und suchte den Kontakt zu seinen deutschen Mitstreitern im Kampf gegen MS. "Er war sehr interessiert und hat auch für seine Frau Info-Material von der DMSG mitgenommen", sagt Daniel Bunk, einer der Gründer der deutschen F.U.MS-Aktiven.

Peggy: "Es ist schön, Leute zu sehen, die trotz MS ihren Weg gehen"

Das persönliche Gespräch mit Aaron hat Peggy in ihrem positiven Umgang mit der Krankheit bestärkt: "Es ist schön, Leute zu sehen, die trotz MS so erfolgreich ihren Weg gehen", betont die junge Ärztin im Interview mit dem DMSG-Bundesverband. Ihre MS-Diagnose erhielt sie 2007 während des Studiums. "Ich war am 22. Dezember frühmorgens aufgewacht und habe ab dem Bauchnabel fast nichts mehr gespürt...", erinnert sich die heute 31-Jährige an die traurige Bestätigung im Krankenhaus. Am 1.Weihnachtstag stand fest: Es ist MS. Peggy wollte es zuerst nicht wahrhaben, lernte aber schnell, ihr Leben aktiv zu gestalten. Ein langer und tränenreicher Weg. Sie zwang sich, regelmäßig Spazieren zugehen. "Nach 16 Wochen hatte ich eine Gehstrecke von 150 Metern", erklärt Peggy, für einen Kilometer habe sie zu Beginn über eine Stunde gebraucht. Jetzt joggt sie in dieser Zeit knapp 10 Kilometer, startete bei diversen Volksläufen und gab im Herbst ihr Halbmarathondebüt. Ob im Privatleben oder im Beruf sagt sie heute: "So lange es geht, wird alles gemacht!" Immer an ihrer Seite: Freundin Maike, die sie immer ermutigt, sich neue Ziele zu setzen. Mit den Gründern von F.U.MS vereint die beiden Billy Talent-Fans auch die Liebe zur Musik.

"Musik aus Leidenschaft"

Daniel Bunk hat sein Hobby sogar zum Beruf gemacht. "Musik aus Leidenschaft", beschreibt er seinen Weg vom studierten Sonderschullehrer zum Marketing & Sales-Manager im Verlag des Musikmagazins VISIONS.
Seinen ganz persönlichen Freitag, den 13. erlebte Daniel im Jahr 2011. Schon im Frühjahr ging es ihm schlecht, erinnert er sich an Doppelbilder und totale Erschöpfung: "Irgendwann ging nix mehr." Seine Frau fuhr ihn in die Notaufnahme – "zeitgleich zur Meisterfeier von Borussia Dortmund", schmunzelt der Fußballfan rückblickend im Gespräch mit dem DMSG-Bundesverband. Die Diagnose war ein Schock. Er habe sofort das Bild von seinem Cousin vor Augen gehabt, der ebenfalls an MS erkrankt ist. Auch für Daniel war es ein langer Weg, die Krankheit zu akzeptieren. Ein Schub jagte den nächsten. Bis er die MS-Therapie wechselte. Mittlerweile hat er sich gut erholt und gelernt, auch mal abzuschalten. Seine Frau und sein Arbeitgeber stehen hinter ihm. "Ich habe einen super Chef, der sehr sozial eingestellt ist", berichtet Daniel: "Er war der Erste, dem ich von der Diagnose erzählt habe." Die Krankheit sei im Berufsalltag heute kein Thema mehr, der Chef könne sich auf ihn verlassen und gewähre ihm im Gegenzug alle Freiheiten bei der zeitlichen Einteilung seiner Aufgaben, so Daniel: "Ich bin sehr zufrieden und will mein Leben so normal wie möglich führen."

Als einer der Gründer erklärt er, was das deutsche F.U.MS-Team motiviert: "Wir wollen zeigen, dass man mit MS normal weiterleben und trotz der Krankheit viel Spaß haben kann." Das Konzert war ein gelungener Start, freut sich der 37-Jährige Dortmunder: "Alle waren Feuer und Flamme mitzumachen. Auch Leute, die keine MS haben, sind an unseren Stand gekommen und fragten: Ich will mitmachen. Was kann ich tun?"

Der Erfolg gibt der jungen Gruppe unter dem Dach der DMSG Rückenwind. Für das kommende Jahr sind weitere Aktionen geplant. "Wir sind noch ganz am Anfang", betont Daniel, dass es die F.U.MS-Gruppe langsam angehen will. Alle sind berufstätig und müssen ihren Alltag mit Familie, Job und MS unter einen Hut bringen. Die Motivation jedoch ist groß, betont er im Namen seiner Kollegen: "Wir wollen klein anfangen, dann spricht es sich rum."

Achtung: Für alle, die keine Konzertkarten gewonnen haben, bieten F.U.MS und der DMSG-Bundesverband eine weitere Chance auf ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Aaron hat für die F.U.MS.-Mitglieder in Deutschland einige Shirts mit dem Gruppen-Logo persönlich signiert, die jetzt an junge MS-Erkrankte verlost werden.

Wer ein Shirt gewinnen will, meldet sich schnell per E-Mail mit dem Kennwort "F.U.MS" beim DMSG-Bundesverband unter dmsg@dmsg.de. Viel Glück!

  • Mehr Infos und den Kontakt zum F.U.MS-Kontaktkreis der DMSG Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. sind im Jugendportal der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft zu finden: Mehr

- 16.12.2013