DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Multiple Sklerose und Corona-Schutzimpfung: Update der Empfehlungen des DMSG-Bundesverbandes

Die DMSG hat gemeinsam mit dem KKNMS eine Stellungnahme veröffentlicht, in der eine 3. Impfung von MS-Erkrankten und ihren behandelnden Ärzten 6 Monate nach der vollständigen Impfung erwogen werden soll, die insbesondere mit Immuntherapeutika wie Ocrelizumab (Ocrevus®) oder einem S1P-Modulator ((Fingolimod (Gilenya®), Ozanimod (Zeposia®), Ponesimod (Ponvory®)) behandelt werden oder bei MS-Erkrankten mit negativem anti-S(spike)-Antikörpertest. Die vorgenannten Immuntherapeutika können die Impfantwort beeinträchtigen. Vorsorglich weisen wir jedoch darauf hin, dass auch diese Auffrischungsimpfung nicht zwangsläufig zu einer positiven Antiköperantwort führen muss. Wir raten jedoch dringend davon ab, zugunsten einer 3. Impfung eine laufende MS-Therapie zu unterbrechen. Wir empfehlen weiter die Beachtung der AHA+L-Regel.

Fragen und Antworten zur Corona-Impfung bei MS

Die DMSG hat gemeinsam mit dem KKNMS eine Stellungnahme veröffentlicht, in der eine 3. Impfung von MS-Erkrankten und ihren behandelnden Ärzten 6 Monate nach der vollständigen Impfung erwogen werden soll, die insbesondere mit Immuntherapeutika wie Ocrelizumab (Ocrevus®) oder einem S1P-Modulator ((Fingolimod (Gilenya®), Ozanimod (Zeposia®), Ponesimod (Ponvory®)) behandelt werden oder bei MS-Erkrankten mit negativem anti-S(spike)-Antikörpertest. Die vorgenannten Immuntherapeutika können die Impfantwort beeinträchtigen. Vorsorglich weisen wir jedoch darauf hin, dass auch diese Auffrischungsimpfung nicht zwangsläufig zu einer positiven Antiköperantwort führen muss. Wir raten jedoch dringend davon ab, zugunsten einer 3. Impfung eine laufende MS-Therapie zu unterbrechen. Wir empfehlen weiter die Beachtung der AHA+L-Regel.

Die DMSG befürwortet das Impfen gegen Covid-19 nachdrücklich. Vier Impfstoffe sind zur Bekämpfung von Covid-19 zugelassen. Laut Auskunft des Bundesministeriums für Gesundheit stehen derzeit ausreichend Impfstoffe zur Verfügung.

Die Ständige Impfkommission hat am 1. Juli 2021 mitgeteilt, dass für den Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) die 2. Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty oder Spikevax) erfolgen soll. Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass die Immunantwort bei dieser Form der Impfung dem bisherigen Schema überlegen ist. Seit 8. Juli empfiehlt die STIKO das geänderte Impfschema auch für über 60-Jährige.

Professor Dr. Ralf Gold empfiehlt für MS-Erkrankte mit Off-Label Rituximab-Behandlung eine 3. Impfung ebenfalls in Erwägung zu ziehen. Die DMSG empfiehlt auch ausdrücklich jugendlichen MS-Erkrankten ab dem 12. Lebensjahr eine Impfung gegen das Corona-Virus.

Bei sehr selten vorkommenden Schüben in engem zeitlichen Zusammenhang nach einer Sars-Cov2-Impfung empfehlen wir die 2. Impfung möglichst lange (mindestens 4 bis 6 Wochen) hinauszuschieben (Intervalle lt. STIKO-Empfehlung) bzw. in Absprache mit dem behandelnden Facharzt (Neurologen) in Erwägung zu ziehen, vorerst keine 2. Impfung wahrzunehmen. Sofern Sie keine immunsupprimierenden oder depletierenden Therapien anwenden, kann eine Antikörpertiterbestimmung nach der 1. Impfung Auskunft darüber geben, ob Sie bereits durch die erste Impfung zunächst ausreichend geschützt sind. Näheres zu den Immuntherapien und Schüben bzw. der Impfung erfahren Sie weiter unten.

Alle für MS-Erkrankte wichtigen Informationen zur Corona-Schutzimpfung hat die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. in einer Empfehlung zusammengefasst, die regelmäßig überprüft wird. Mehr lesen Sie im aktuellen Update.

Bitte beachten Sie, dass eine Impfung Sie zwar vor schweren Verläufen einer COVID 19-Erkrankung schützt, aber bisher keine ausreichenden Daten vorliegen, inwieweit auch geimpfte Personen als Überträger der Erkrankung eine Rolle spielen. Auch Reinfektionen können erfolgen. Die Hygieneregeln sollten daher von allen, auch genesenen und geimpften Personen unbedingt bis auf weiteres eingehalten werden.

Gemeinsam mit dem Deutschen MS-Register erhebt die DMSG mittels einer Online-Befragung Daten von MS-Erkrankten in Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung. Damit ermöglichen Sie uns und auch sich selbst, besser über Nebenwirkungen der Schutzimpfung, mögliche Schübe im zeitlichen Zusammenhang damit und den Schutz vor einer Covid19-Infektion mit und ohne Schutzimpfung zu erfassen und auszuwerten. Bitte beteiligen Sie sich daran (hier klicken).

Bitte schützen Sie sich und Ihre Angehörigen. Setzen Sie sich nicht über die bestehenden Regeln in Ihrem Bundesland, bzw. Ihrer Region hinweg. Durch die konsequente Umsetzung der Schutzmaßnahmen und insbesondere auch die Einschränkung privater Kontakte wird es möglich, die Ausbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen.

  • Mit einer Vielzahl von Online-Vorträgen und Arztsprechstunden auf der Austauschplattform MS Connect bieten wir auch die Möglichkeit, sich direkt bei den MS-Experten zu informieren. Zu den Terminen kommen Sie hier.

Quelle: DMSG-Bundesverband - 29.01.2021 (aktualisiert am 13.08.2021)

13.08.2021