DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Sobek-Preis 2011: Herausragende Multiple Sklerose – Forscher ausgezeichnet

Mit 100.000 Euro Preisgeld ist der Sobek-Forschungspreis nicht nur die in Europa höchstdotierte Auszeichnung für richtungsweisende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose, sondern auch eine der renommiertesten: In diesem Jahr ehrte die Sobek-Stiftung mit Professor Ralf Gold, Direktor der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum und Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des Bundesverbandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), einen national und international bekannten und hoch geschätzten Wissenschaftler für seine wegweisenden Untersuchungen sowohl in der MS-Grundlagenforschung als auch insbesondere in der angewandten MS-Therapieforschung.

In ihrer Laudatio wies Dr. Simone Schwanitz, Ministerialdirektorin im baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst anlässlich der Preisverleihung am 9. Dezember 2011 im Neuen Schloss in Stuttgart auf die großen Verdienste Prof. Golds in der MS-Forschung hin und charakterisierte sie als "Musterbeispiel konsequenter und nachhaltiger translationaler Forschung". In über 200 Originalarbeiten und fast 100 Übersichtsartikeln in renommierten internationalen Journalen hat Prof. Gold seine wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnisse zur MS veröffentlicht. "Seine jüngsten Arbeiten am Universitätsklinikum Bochum fokussieren auf die Erprobung der neuroprotektiven, also der nervenschützenden, Wirk-Komponente eines neuen oralen Wirkstoffes - der Fumarsäure - in der MS-Therapie. Diese neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ermöglichen es, die Lebensqualität von an Multipler Sklerose Erkrankten deutlich zu verbessern." Die dämpfende Wirkung von Fumarat auf die überschießende Immunreaktion bei MS könnte eine therapeutische Option für Patienten mit schubförmiger MS sein. Die Untersuchungsergebnisse ließen zudem auf gute Verträglichkeit und ein exzellentes Sicherheitsprofil schließen, erläuterte dazu Sobek-Preisträger Prof. Gold, Leiter der in 28 Ländern durchgeführten internationalen Studie.

Ein kompetenter Ansprechpartner

1960 in Unterfranken geboren, hat der klinische Neuroimmunologe und Neurologe, der bis 2006 an den Universitäten Würzburg und Göttingen lehrte und forschte, unter anderem auch herausragende Arbeiten am Modell der Multiplen Sklerose, der Experimentell-Autoimmunen Enzephalomyelitis, geliefert. Diese Arbeiten haben das Wissen um die Krankheitsmechanismen der MS sehr verbessert und vor allem die moderne Therapieforschung befruchtet. Zahlreiche junge Ärzte und Wissenschaftler sind von Prof. Gold zu selbstständigen Forschern und MS-Experten ausgebildet worden. Dem DMSG-Bundesverband steht er als kompetenter Ansprechpartner und Experte für die fachliche wissenschaftliche Begleitung bei der inhaltlichen Konzeption von Aufklärungs- und Informationsmaterialien stets zur Verfügung.

Engagement der Sobek-Stiftung gewürdigt

Die Ministerialdirektorin würdigte auch das ehrenamtliche Engagement der Sobek-Stitung, die in diesem Jahr zum 12. Mal in Zusammenarbeit mit dem DMSG-Bundesverband und der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg, den Sobek-Forschungspreis sowie den Sobek-Nachwuchspreis vergeben hat. "Mit den Preisgeldern von 100.000 Euro und 10.000 Euro bieten die beiden Auszeichnungen den Forschern die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Vorhaben weiter voranzutreiben und eröffnen damit neue Perspektiven und Handlungsspielräume." Davon wiederum profitieren letztendlich MS-Erkrankte und ihre Angehörigen, denn auf den Forschungen zu Ursachen und Therapie der Multiplen Sklerose fußen ihre Hoffnungen und Chancen.

Brücke geschlagen

Prof. Dr. med. Klaus V. Toyka (rechts), Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Sobek-Stiftung und Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes, hat den Sobek-Nachwuchspreisträger 2011, PD Dr.med. Martin Weber, vorgestellt. Dem Leiter der Nachwuchsgruppe "Translationale Neuroimmunologie" an der Klinik für Neurologie der TU München sei es in seiner Arbeit gelungen, die Brücke von der Grundlagenforschung hin zur klinischen Fragestellung zu schlagen. Der Arzt und Wissenschaftler habe wichtige Befunde zur immunologischen Grundlage der MS beigetragen und diese Erkenntnisse in einzigartiger Weise auch zur Entwicklung therapeutischer Optionen bei der MS umgesetzt. PD Dr. med. Martin Weber; 1974 in Freiburg im Breisgau geboren, war nach seinem Studium an den medizinischen Fakultäten der Universitäten in Regensburg und Würzburg, zunächst am Institut für Klinische Immunologie und der Neurologischen Klinik der Ludwig-Maximilians Universität in München-Großhadern tätig. Hier gelang ihm der Nachweis, dass Glatiramerazetat, ein zur Behandlung der MS zugelassenes Medikament, eine immunmodulatorische Wirkung auf Monozyten hat. Mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgesellschaft vertiefte er diese Untersuchungen an der University of California in San Franciso, bevor er 2008 nach Deutschland zurückkehrte und an der Neurologischen Klinik der Technischen Universität München unter anderem die Rolle von B-Zellen in Pathogenese und Regulation autoimmuner Entzündung im Zentralen Nervensystem erforschte.

Der Vorsitzende des DMSG-Bundesverbandes, Justizminister a.D. Harald Schliemann (links), ging in seinem Grußwort bei der feierlichen Verleihung der Sobek-Preise 2011 auch auf die Wichtigkeit der im Grundsatzprogramm der DMSG festgeschriebenen Forschungsförderung ein und auf die Notwendigkeit der Anerkennung von Forschungsleistungen durch so herausragende Preise wie den Sobek-Forschungspreis: "Die großen Fortschritte, die die Erforschung der Ursachen und Therapien der MS in den vergangenen fast sechs Jahrzehnten seit Gründung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft erreicht hat, haben uns dem Ziel "eine Welt ohne MS" ein gutes Stück näher gebracht. Dies haben wir dem großen Engagement und der visionären Kraft der Forschenden auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose zu verdanken."

Quelle (Bilder): AMSEL, DMSG-Landesverband Baden Württemberg e.V.

- 09.12.2011