DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Multiple Sklerose und Corona-Schutzimpfung: Update der Empfehlungen des DMSG-Bundesverbandes

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat am 24. September ihre Impf-Empfehlung zur Corona-Schutzimpfung aktualisiert und insbesondere auch zu Personen mit Immundefizienz Stellung genommen. Einzelheiten können Sie dem Update der Empfehlungen der DMSG, Bundesverband e. V. entnehmen. In diesem Artikel finden Sie auch ein ärztliches Muster-Zeugnis zur Bescheinigung der Impfunfähigket und weiterhin möglichem Erhalt kostenloser Antigen-Schnelltests.

Nach den am 24. September aktualisierten Impf-Empfehlung zur Corona-Schutzimpfung der STIKO sollen bislang noch ungeimpfte Personen grundsätzlich eine Impfserie mit mRNA-Impfstoffen erhalten. Die STIKO spricht sich auch dafür aus, dass Menschen mit einer Immundefizienz sechs Monate nach einer vollständigen Impfserie eine Auffrischung angeboten wird. Bei schwerer Immundefizienz mit erwartbar stark verminderter Immunantwort kann die dritte Impfung bereits vier Wochen nach der zweiter Impfung erfolgen.

Außerdem wird in der am 21. September im Bundesanzeiger veröffentlichten, ab elften Oktober 2021 gültigen, Coronavirus-Testverordnung (TestV) geregelt, dass Menschen mit Kontraindikationen gegen eine Corona-Schutzimpfung über den elften Oktober hinaus kostenlose Antigen-Schnelltests weiter in Anspruch nehmen können, wenn sie ein ärztliches Attest zur sogenannten Impfunfähigkeit vorlegen können. Multiple Sklerose stellt per se keine Kontraindikation gegen eine Impfung dar. Auch aufgrund der immunmodulierenden und immunsupprimierenden Therapien der MS besteht grundsätzlich keine Kontraindikation gegen eine Impfung.

  • Die DMSG, Bundesverband e. V. stellt einen Musterbescheid für ein ärztliches Zeugnis bezüglich der Impfunfähigkeit nach nach § 4a Coronavirus-Testverordnung vom 21. September 2021 (TestV) bereit, das hier heruntergeladen werden kann. Das Attest muss durch Ihren Facharzrt vervollständigt werden, die Kosten für die Ausstellung dieses Attests werden übernommen.

Fragen und Antworten zur Corona-Impfung bei MS

Die DMSG hat bereits gemeinsam mit dem KKNMS eine Stellungnahme veröffentlicht, in der eine dritte Impfung von MS-Erkrankten und ihren behandelnden Ärzten sechs Monate nach der vollständigen Impfung erwogen werden soll, die insbesondere mit Immuntherapeutika wie Ocrelizumab (Ocrevus®) oder einem S1P-Modulator ((Fingolimod (Gilenya®), Ozanimod (Zeposia®), Ponesimod (Ponvory®)) behandelt werden oder bei MS-Erkrankten mit negativem anti-S(spike)-Antikörpertest. Die vorgenannten Immuntherapeutika können die Impfantwort beeinträchtigen. Vorsorglich weisen wir jedoch darauf hin, dass auch diese Auffrischungsimpfung nicht zwangsläufig zu einer positiven Antiköperantwort führen muss. Wir raten jedoch dringend davon ab, zugunsten einer dritte Impfung eine laufende MS-Therapie zu unterbrechen. Wir empfehlen weiter die Beachtung der AHA+L-Regel.

Die DMSG befürwortet das Impfen gegen Covid-19 weiterhin nachdrücklich. Ergebnisse aus Großbritannien zeigen, dass eine vollständige Impfserie mit den Impfstoffen Vaxzevria (AstraZeneca) und Comirnaty (BioNTech/Pfizer) eine vergleichbar hohe Schutzwirkung auch für die vorherrschenden Virusvarianten ergab.

Bei sehr selten vorkommenden Schüben in engem zeitlichen Zusammenhang nach einer Sars-Cov2-Impfung empfehlen wir die zweite Impfung möglichst lange (mindestens vier bis sechs Wochen) hinauszuschieben (Intervalle lt. STIKO-Empfehlung) bzw. in Absprache mit dem behandelnden Facharzt (Neurologen) in Erwägung zu ziehen, vorerst keine zweite Impfung wahrzunehmen. Sofern Sie keine immunsupprimierenden oder depletierenden Therapien anwenden, kann eine Antikörpertiter-Bestimmung nach der erste Impfung Auskunft darüber geben, ob Sie bereits durch die erste Impfung zunächst ausreichend geschützt sind. Näheres zu den Immuntherapien und Schüben bzw. der Impfung erfahren Sie weiter unten.

Alle für MS-Erkrankte wichtigen Informationen zur Corona-Schutzimpfung hat die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. in einer Empfehlung zusammengefasst, die regelmäßig überprüft wird. Mehr lesen Sie im aktuellen Update.

Bitte beachten Sie, dass eine Impfung Sie zwar vor schweren Verläufen einer COVID 19-Erkrankung schützt, aber bisher keine ausreichenden Daten vorliegen, inwieweit auch geimpfte Personen als Überträger der Erkrankung eine Rolle spielen. Auch Reinfektionen können erfolgen. Die Hygieneregeln sollten daher von allen, auch genesenen und geimpften Personen unbedingt bis auf weiteres eingehalten werden.

Gemeinsam mit dem Deutschen MS-Register erhebt die DMSG mittels einer Online-Befragung Daten von MS-Erkrankten in Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung. Damit ermöglichen Sie uns und auch sich selbst, besser über Nebenwirkungen der Schutzimpfung, mögliche Schübe im zeitlichen Zusammenhang damit und den Schutz vor einer Covid19-Infektion mit und ohne Schutzimpfung zu erfassen und auszuwerten. Bitte beteiligen Sie sich daran hier.

Bitte schützen Sie sich und Ihre Angehörigen. Setzen Sie sich nicht über die bestehenden Regeln in Ihrem Bundesland, bzw. Ihrer Region hinweg. Durch die konsequente Umsetzung der Schutzmaßnahmen und insbesondere auch die Einschränkung privater Kontakte wird es möglich, die Ausbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen.

  • Mit einer Vielzahl von Online-Vorträgen und Arztsprechstunden auf der Austauschplattform MS Connect bieten wir auch die Möglichkeit, sich direkt bei den MS-Experten zu informieren. Zu den Terminen kommen Sie hier.

Quelle: DMSG-Bundesverband - 29.01.2021 (aktualisiert am 15.10.2021)

15.10.2021