DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Zunehmend im Blickpunkt: neue Ansätze für die progressive Multiple Sklerose

Immer noch befinden sich zahlreiche neue Wirkstoffe für die Therapie der Multiplen Sklerose in den Pipelines der Hersteller, die meisten allerdings für die schubförmige Form der MS (RRMS).Mit Nachdruck geforscht wird nach Fortschritten, um zukünftig auch die progressiven Formen der MS besser behandeln zu können.

Die bereits zugelassenen MS- Medikamente können bei der schubförmigen MS die Schübe mittlerweile wirksam hinauszögern. Zudem sind in den letzten Jahren auch Medikamente auf den Markt gekommen, die als Tablette oder Kapsel eingenommen werden können und so die Therapie für viele Patienten erleichtern. Bei den zu injizierenden Wirkstoffen verlängern sich die Verabreichungsintervalle. Dies alles zeigt die Weiterentwicklung in der Behandlung der RRMS.

Was nun dringend notwendig ist, sind Fortschritte auf dem Gebiet der progressiven Formen der MS. Ziel ist, den Verlauf zukünftig aufhalten oder sogar die Schäden rückgängig machen zu können. Das ist eine Nuss, die sehr schwer zu knacken ist, da die den progressiven Formen der MS zugrundeliegenden Mechanismen noch weit weniger verstanden sind als die akuten demyelinisierenden Angriffe auf das Nervensystem, die für die RRMS so typisch sind. Ein besonders wichtiger Aspekt, der immer noch nicht in seiner Ursache geklärt ist, betrifft das "Umschalten", das bei vielen Patienten aus der schubförmigen MS nach längerem Verlauf eine sekundär progrediente MS (SPMS) macht.

Dringend gesucht: Wirkstoffe zur Therapie der progressiven MS

Das gegenwärtig einzige für die SPMS zugelassene verlaufsmodifizierende Therapeutikum ist das Mitoxantron, das bisher in kleinen Studien nur eine moderate Wirksamkeit bei dieser Form der MS zeigen konnte. Darüber hinaus hat diese Substanz erhebliche Nebenwirkungen und darf nur bis zu einer kumulativen (sich steigernden) Höchstdosis verabreicht werden.

Für die primär progrediente MS (PPMS) gibt es derzeit überhaupt keine zugelassenen verlaufsmodifizierenden Medikamente – hier ist man immer noch auf eine möglichst optimierte symptomatische Therapie angewiesen, die die Grunderkrankung MS selbst nicht beeinflusst, sondern lediglich die Symptome zu beherrschen versucht.

Inzwischen hat sich, nicht zuletzt durch verstärkte internationale Zusammenarbeit von Klinikern und Forschern zum Thema "Progressive MS", einiges getan.

  • Wir berichteten

 

Die Kenntnisse über die progressive MS nehmen zu, einige Therapieansätze sind inzwischen in der klinischen Prüfung. Welche Ansätze gibt es? Der DMSG-Bundesverband, Mitglied der International Progressive Alliance, berichtet ab sofort auf www.dmsg.de in einer Serie über aktuelle internationale Forschungsschwerpunkte.

  • Der erste Teil wird sich in der kommenden Woche mit Möglichkeiten beschäftigen, wie die Remyelinisierung gefördert werden könnte.

 

- 27.11.2014