DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Auslobung der Sobek-Forschungspreise: 115.000 Euro für exzellente Multiple Sklerose-Forschung

Multiple Sklerose nachhaltig bekämpfen, innovative Forschung fördern: So lautet das Ziel der jährlich von der Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung ausgeschriebenen Sobek-Forschungspreise, die in Zusammenarbeit mit dem DMSG-Bundesverband und der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, DMSG-Landesverband Baden Württemberg, verliehen werden: Die Ausschreibung endet am 15. Mai 2018.

Die Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung wurde zur Bekämpfung der Multiplen Sklerose gegründet und fördert unter anderem die Forschung im Zusammenhang mit dieser Erkrankung. Sie hat ihren Sitz in Renningen. Das Preisgeld der Sobek-Forschungspreise in Höhe von insgesamt 115.000 Euro wird, wie folgt, zwischen dem Sobek-Forschungspreis und dem Sobek-Nachwuchspreis aufgeteilt:

Sobek-Forschungspreis

Der mit 100.000 Euro europaweit höchstdotierte Forschungspreis auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose zeichnet richtungsweisende Leistungen aus von Forschern und Forscherinnen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Multiplen Sklerose sowie der dazu gehörenden Grundlagenforschung.

Förderkriterien

Entscheidend für die Auswahl sind allein Qualität und Exzellenz der Forschungsleistung. Außerordentliche wissenschaftliche Einzelleistungen werden ebenso gewürdigt wie wissenschaftliche Gesamtleistungen.

Nachwuchspreis für junge Wissenschaftler auf dem Gebiet der MS

Die Ausschreibung des mit 15.000 Euro ausgestatteten Sobek-Nachwuchspreises soll jungen Wissenschaftlern zugutekommen, die im Bereich der Multiplen Sklerose und der benachbarten Wissenschaften herausragende Leistungen zeigen. Für die Vergabe gilt ebenfalls das Ziel: Förderung von nationalen und internationalen wissenschaftlichen Einzel- und Gesamtleistungen.

Vorschlagsverfahren

Es können sowohl in Deutschland als auch im Ausland tätige Forscher vorgeschlagen werden. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Das Vorschlagerecht haben Fachvertreter der biomedizinischen Fakultäten der Hochschulen, die Hochschulen selbst und die außerschulischen Forschungseinrichtungen, die sich mit MS-Forschung oder der dazu gehörenden Grundlagenforschung beschäftigen, wissenschaftliche Organisationen und gemeinnützige Multiple Sklerose Fachverbände mit ständigem wissenschaftlichem Beirat sowie auch bisherige Preisträger.

Die Nominierung muss bis Dienstag, 15.05.2018 in elektronischer Form als Word-Datei bei der Sobek-Stiftung eingegangen sein:

Email-Adresse: gkrenninger-treuhandde

Bitte senden Sie eine Kopie der Mail mit Ihrem Vorschlag/Ihrer Nominierung an die DMSG, Bundesverband e.V.: dmsg@dmsg.de
Wir leiten Ihre Nominierung zur Kenntnis an den Vorsitzenden des Auswahlausschusses, Prof. Dr. med. Klaus V. Toyka, Ehrenvorsitzender des Ärztlichen Beirates der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. weiter.

Inhalt des Antrages

  1. Tabellarischer Lebenslauf
  2. Vorlage der Einzelleistungen oder Liste der 10 wichtigsten wissenschaftlichen Publikationen und sonstiger herausragender wissenschaftlicher Leistungen
  3. Kurze Stellungnahme (eine Seite) des Vorschlagenden, in der hervorgehoben werden soll, welche wissenschaftlichen Leistungen besonders preiswürdig erscheinen.

Verleihung der Preise und Vergabe

Über die Vergabe der Preise entscheidet ein Auswahlausschuss. Vorsitzender ist Prof. Dr. med. Klaus V. Toyka.

Weitere Mitglieder sind:

  • Prof. Dr. med. Reinhardt Hohlfeld, München, Vorsitzender im Ärztlichen Beirat (AEB) des DMSG-Bundesverbandes
  • Prof. rer. physiol. Britte Engelhardt
  • Prof. Dr. med. Hartmut Wekerle, Martinsried, Mitglied im AEB des DMSG-Bundesverbandes
  • Prof. Dr. med. Hans Lassmann, Medizinische Universität Wien, Mitglied im AEB des DMSG-Bundesverbandes

Die Preise werden am 23.11.2018 im Rahmen eines Festaktes in der Musikhochschule Stuttgart verliehen. Die Organisation und Durchführung der Preisverleihung erfolgt wie bereits in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und der AMSEL, DMSG-Landesverband in Baden-Württemberg.

Das waren die Preisträger im Jahr 2017

Der Sobek Forschungspreis 2017 ging an Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Ludwig Kappos, Chefarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Universitätshospital Basel, dessen klinisch-wissenschaftliches Kerngebiet die angewandte Therapieforschung bei Multipler Sklerose ist. Der Preisträger hat in mehreren MS-Forschungsgebieten Pionierarbeit geleistet. Er entwickelte neue Standards für multizentrische klinische Therapiestudien. Zudem bereicherte er die Therapielandschaft durch originelle Beiträge zur Erprobung vieler neuer, inzwischen in der Therapie der MS etablierter oder kurz davor stehender therapeutisch aussichtsreicher Substanzen.

Der zweite wichtige Beitrag von Prof. Kappos ist die Forschung im Bereich innovativer paraklinischer Laboruntersuchungen und bildgebender Verfahren. Mit ihrer Hilfe kann man die Prognose der MS beurteilen und den Erfolg einer neuen Therapie genauer erfassen. Prof. Kappos hat hierzu mit seinem Team neuartige Kriterien entdeckt, die über das Ausmaß des Fortschreitens der MS Auskunft geben. Diese ganz neuen Marker stehen in Kürze für die praktische Bemessung der Therapie-Intensität und für Überlegungen zur Therapie-Eskalation zur Verfügung.

Der Sobek-Nachwuchspreis 2017 wurde an Dr. rer. nat. Anneli Peters, Projektleiterin am Max-Planck-Institut für Neurobiologie und der Ludwig-Maximilians-Universität München verliehen. Dr. Peters ist in der experimentell-immunologischen Forschung tätig und konzentriert sich auf die wichtige Frage, wie die verschiedenen Arten von Immunzellen des adaptiven Immunsystems bei der Entstehung der MS zusammenwirken. Sie konnte im Tiermodell nachweisen, dass verschiedene Arten von T-Lymphozyten die experimentelle Erkrankung übertragen können, deren genaue Ausprägung jedoch variiert, je nachdem, welche Art von T-Lymphozyten injiziert wurde. Das Augenmerk der Nachwuchsforscherin richtet sich seitdem auf die Untersuchung der Steuerungs- und Aktivierungsmechanismen von TH17-Zellen, einem speziellen Typ der T-Helferzellen – eine auch für die menschliche MS relevante Fragestellung. Mehr

 

Quelle: Sobek-Stiftung, DMSG-Bundesverband - 26.03.2018

- 29.03.2018