DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

GM CSF: Ein Faktor, der die Multiple Sklerose beeinflusst?

Wie steht der Botenstoff GM CSF mit der Entstehung und dem Verlauf von Multipler Sklerose in Zusammenhang? Eine amerikanische Studie geht dieser Frage nach.

Der sogenannte ‘cytokine granulocyte macrophage colony stimulating factor‘ (GM CSF) steht schon lange im Verdacht, Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf der Multiplen Sklerose zu haben. (Der DMSG-Bundesverband berichtete)

Wissenschaftler von der Thomas Jefferson University in Philadelphia beschäftigen sich jetzt mit der Frage, wie die exakte Funktion dieses Faktors aussieht. Erste Ergebnisse veröffentlichten sie im Journal of Immunology: Zum Abstract Neuer Ansatz zur Therapie der MS: Zerstörende Immunreaktion im Nervensystem stoppen

Frühere Untersuchungen mit MS-Modellen im Tierversuch hatten bereits gezeigt, dass GM CSF von speziellen T-Zellen abgegeben wird und für die Entstehung einer autoimmun bedingten Entzündung des zentralen Nervensystems notwendig ist. Die Untersuchungen hatten auch ergeben, dass Mäuse, bei denen kein GM CSF produziert werden konnte, keine MS entwickelten.

Diese Ergebnisse haben die Wissenschaftler mit Hilfe von Blutproben MS-Erkrankter überprüft und stellten gleichzeitig die Frage, ob und inwieweit eine Therapie einen Einfluss auf die Produktion von GM CSF hat. Sie untersuchten Blutproben von MS-Erkrankten, die bisher keinerlei Therapie erhalten hatten und verglichen diese mit Blutproben von MS-Patienten, die mit Interferon beta behandelt wurden. Dabei fanden sie heraus, dass die unbehandelten Patienten zwei- bis dreimal so viele GM CSF – produzierende Zellen hatten wie diejenigen, die mit Interferon beta behandelt wurden und auch wie eine Vergleichsgruppe von Personen, die keine MS hatten.
Diese Ergebnisse bestärken die Annahme, dass GM CSF zur MS-Pathogenese beiträgt. Darüber hinaus geben sie Hinweise auf einen möglichen Einfluss einer Interferon beta-Therapie auf die Produktion von GM CSF: Sie könnte diese hemmen, so dass eine antientzündliche Wirkung erreicht wird.

"Die Studie zeigt einen möglichen neuen Mechanismus der Wirkung von Interferon beta", so der führende Autor der Studie, Dr. Abdolmohamad Rostami. "Die Studie zeigt auch, dass GM CSF ein wichtiges Ziel für Therapien sein könnte, die die zerstörende Immunreaktion im Nervensystem von MS-Erkrankten effektiv abblocken können."

Phase I – Studie verläuft aussichtsreich

Zurzeit läuft eine Phase I-Studie mit einem GM CSF blockierenden Wirkstoff, die erste positive Ansätze zeigt. Die Autoren betonen jedoch, dass eine Phase I-Studie ausschließlich darauf abzielt, die Sicherheit eines neuen Wirkstoffes zu testen, nicht seine Wirksamkeit. Vorausgesetzt, sie verläuft erfolgreich, werden weitere Tests folgen.

Quelle: ms-uk - 17. Juli 2015

- 21.07.2015