DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Kanadische Studie belegt: Genetischer Vitamin-D-Mangel erhöht das Multiple Sklerose-Risiko

Ein Zusammenhang zwischen zu niedrigen Vitamin-D-Werten und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, an Multipler Sklerose zu erkranken, wird schon lange vermutet: Forschern der kanadischen McGill University ist es jetzt gelungen, den genetisch bedingten Mangel als Ursache für ein größeres Krankheitsrisiko nachzuweisen. Ihre Forschungsergebnisse, die auf den DNA-Profilen von zehntausendenden Menschen mit europäischen Vorfahren beruhen, bestätigen die Theorie, dass Vitamin D bei dieser Krankheit eine Rolle spielt.

Für die aktuelle Studie verglichen die Wissenschaftler die Verbreitung von MS in einer großen Gruppe von Menschen mit europäischen Vorfahren - rund 14.000 Menschen mit MS und etwa 24.000 gesunde Menschen. Bei allen wurde nach der genetischen Prädisposition zu dem Vitaminmangel gesucht, denn diese genetische Variation tritt in der Bevölkerung eher nach dem Zufallsprinzip auf. Dieser Umstand gab den Forschern Hoffnung, dass jeder nachgewiesene Zusammenhang auch wissenschaftlich haltbar sein würde.

Die in PLoS Medicine veröffentlichten Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Menschen mit geringeren Werten eines Markers für Vitamin D, aufgrund ihrer genetischen Prädisposition, deutlich eher an MS erkrankten als Menschen ohne diese Vorbelastung. Wenn der Level des Markers im Blut bei den Risikogruppen um das 1,5-Fache erhöht werden könnte, würde das Risiko an MS zu erkranken, halbiert.

Medikation mit Vitamin D sinnvoll?

Internationale Forschungsprojekte haben bereits nachgewiesen, dass Multiple Sklerose häufiger in den Ländern auftritt, die mit weniger Sonnenschein auskommen müssen. Sonne dient maßgeblich der körpereigenen Produktion von Vitamin D. Unklar ist aber derzeit noch, ob eine präventive Einnahme des Vitamins oder das Einsetzen als Medikament bei MS die Krankheit verhindern oder die Symptome lindern kann. Die Autoren der Studie empfehlen, dieser Frage in Langzeitstudien nachzugehen.


Was ist dran am Zusammenhang von Vitamin D und MS?

Dr. med. Lisa-Ann Gerdes gewährte im Interview mit dem Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Einblick in den Stand der Forschung. Mehr

 

Quelle: pressetext - 26. August 2015

- 26.08.2015