DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Multiple Sklerose: "Neuverdrahtung" im Gehirn durch kognitive Rehabilitation

Wahrnehmen, Denken, Planen, Merken und Erinnern: Interessante Forschungsergebnisse, wie kognitive Funktionen gestärkt oder wiederhergestellt werden können, stellt die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.im vierten Teil ihrer ECTRIMS-Serie vor.

Mehr als 9.000 Teilnehmer diskutierten auf der Jahrestagung des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) Forschungsergebnisse zu MS. Ein Schwerpunkt thematisierte die Wiederherstellung von Funktionen. Dr. Arman Eshaghi (UCL Institut für Neurologie, London) beschäftigte sich mit Fragen der funktionellen Konnektivität.

Gemeinsam mit Kollegen im Iran untersuchte er 27 MS-Erkrankte und schaute darauf, ob und wie kognitive Rehabilitation möglicherweise zerstörte Verschaltungen im Gehirn "neu verdrahten" könnte. Den Studienteilnehmern wurden zweimal wöchentlich mehrfache computerbasierte verbale und visuelle Gedächtnisaufgaben gestellt; das Ganze über drei Monate, gefolgt von drei Monaten, in denen keine Intervention erfolgte. Die Teilnehmer lösten einige Gedächtnisaufgaben gleichzeitig mit der Erstellung eines funktionellen MRT, um das Gehirn sozusagen "in Aktion" zu sehen. Die Forscher stellten fest, dass sich während des Rehabilitationsprogrammes sowohl die Gedächtniswerte in den Tests als auch die funktionelle Konnektivität in spezifischen Bereichen des Gehirns verbesserten.

Nun planen die Forscher zu untersuchen, ob sie spezielle "Verschaltungscharakteristika" im Gehirn finden können, um Patienten herauszufiltern, die am meisten von dieser Art der Rehabilitation profitieren könnten. Zum Abstract

Das Gedächtnis verbessern

Ein Team aus Italien und Großbritannien, geleitet von Dr. Micaela Mitolo (IRCCS San Camillo Hospital, Venedig), testete ein Programm das darauf ausgerichtet war, verschiedene Hirnbereiche und damit unterschiedliche kognitiver Probleme anzusprechen. 15 Studienteilnehmer absolvierten 1-stündige Rehabilitationssitzungen an fünf Tagen in der Woche über insgesamt 4 Wochen. Bei allen Studienteilnehmern verbesserten sich kognitive Funktionen, und das auch in Bereichen, die nicht speziell in das Training involviert waren. Auch hier zeigten bildgebende Verfahren eine Verbesserung in der funktionalen Konnektivität bei den Studienteilnehmern, die das Programm absolviert hatten – in einer Kontrollgruppe ohne Trainingsprogramm war dieser Effekt nicht zu finden. Zum Abstract

ECTRIMS 2015:

  • Im ersten Teil lesen Sie mehr zum Thema: MS aufhalten – Neues zu Therapien. Mehr
  • Der zweite Teil beschäftigte sich mit Reparatur im Nervensystem bei Multipler Sklerose. Mehr
  • Biologische Grundlagen von Depressionen bei MS werden im dritten Teil thematisiert. Mehr
  • Alle ECTRIMS Abstracts finden Sie hier 

Quelle: www.nationalmssociety.org - 21. Oktober 2015 Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 23. November 2015

- 23.11.2015