DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Teilnahme an Studien

Aufruf: Studie zur Ernährungstherapie bei Multipler Sklerose

Erfahrungswerte und erste Studien mit verschiedenen Ernährungskonzepten deuten darauf hin, dass sich die Auswirkungen von Multiple Sklerose durch Ernährung beeinflussen lassen könnten. Diese Hinweise eröffnen die Möglichkeit, über spezifische Ernährungsformen auf den Krankheitsverlauf einzuwirken. Eine neue Studie vom NeuroCure Clinical Research Center der Charité Universitätsmedizin Berlin und dem Immanuel Krankenhaus geht dieser Frage nach und sucht Teilnehmer mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose.

Die NAMS-Studie (Nutritional Approaches in Multiple Sclerosis) ist ein Nachfolger der IGEL-Studie zum Thema Ketogene Ernährung und modifiziertem Fasten: der DMSG-Bundesverband berichtete.
Aufgrund der positiven Studienergebnisse der IGEL-Studie hinsichtlich der Lebensqualität und Blutfettwerten durch Fasten-Therapie und ketogene Ernährung, wurde die NAMS-Studie mit einer längeren Interventionszeit von 18 Monaten und dem MRT als Endpunkt ins Leben gerufen. Ziel der NAMS-Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit dreier Ernährungskonzepte auf den Erkrankungsverlauf von MS-Erkrankten. Insbesondere wird untersucht, ob es Unterschiede in der Wirksamkeit der Ernährungsformen gibt in Bezug auf das Neu-Auftreten von Läsionen im Gehirn, aber auch hinsichtlich der körperlichen Beeinträchtigung, Schubrate, Lebensqualität, Blutfetten, Darmflora und weiteren Parametern.

Diese Ernährungskonzepte:

  1. Intermittierendes Fasten (Intervall-Fasten) mit einer im Intervall täglichen 14-stündigen Nahrungskarenz (Aussetzen von Nahrung für eine bestimmte Zeit) als therapeutisch modifiziertes Fasten
  2. Adaptierte ketogene Ernährung, eine fettreiche und Kohlenhydrat-reduzierte Ernährung
  3. Entzündungshemmende Ernährung, eine Ernährung mit überwiegend pflanzlichen Nahrungsmitteln basierend auf den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

An der NAMS-Studie können Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose teilnehmen, die zwischen 18 und 65 Jahren alt sind und bei denen die Erkrankung in den letzten 2 Jahren aktiv gewesen ist. Die Visiten werden in der Charité am Campus Mitte in Berlin durchgeführt. Insgesamt sind sechs Visiten über einen Zeitraum von 18 Monaten geplant. Zusätzlich werden regelmäßige, MS-spezifische Ernährungsberatungen in Kleingruppen angeboten. Die erste Kohorte ist im Mai gestartet und nun ist der Screening-Zeitraum für die nächste Kohorte geöffnet.

© Privat

Prof. Dr. med. Friedemann Paul

© Privat

Prof. Dr. med. Andreas Michalsen

Studienleitung (von links)

Prof. Dr. Friedemann Paul (AG Klinische Neuroimmunologie, NCRC),

Prof. Dr. Andreas Michalsen, Abt. Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin und Klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin

Kontakt: Liane Franz liane.franz@charite.de, Lina Bahr lina.bahr@charite.de

Quelle: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Neurocure Clinical Research Center (NCRC) - 05.07. 2017

 

- 05.07.2017