DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Impfungen / Nutzen und Risiko

Entwarnung: Kein Zusammenhang zwischen HPV-Impfung und dem Auftreten von Multipler Sklerose nachweisbar

Das Paul-Ehrlich-Institut hat in seinem aktuellen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit Entwarnung gegeben für Anwenderinnen der Schutzimpfung gegen das humane Papillomavirus (HPV). Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand ergibt sich kein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Auftreten der Multiplen Sklerose (MS). Dieses Fazit ziehen die Autoren aus zahlreichen Studien, die die Sicherheit von HPV-Impfstoffen untersucht haben.

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Bei Mädchen und Frauen lässt sich durch eine HPV-Impfung die Rate von Zellveränderungen am Gebärmutterhals deutlich senken.

Für die Auswertung des Zusammenhangs zwischen der HPV-Impfung und dem Auftreten der MS wurden sowohl klinische Studien der Wirkstoff-Anbieter herangezogen, als auch Auswertungen aus internationalen Datenbanken (wie Europa, Amerika, Australien), die Verdachtsmeldungen durch unerwünschte Ereignisse auf Impfungen analysieren. Das Paul-Ehrlich-Institut reagierte mit dieser Veröffentlichung auf wiederkehrende Anfragen zu einem möglichen Zusammenhang. Die Autoren erklären, dass unerwünschte Ereignisse, die in engem zeitlichen Zusammenhang mit einer verabreichten Impfung auftreten, insbesondere, wenn es sich um schwerwiegende Krankheitsbilder wie z.B. Autoimmunerkrankungen wie die MS handelt, häufig mit ihnen gedanklich assoziiert werden. Die Aufklärung dieses vermeintlichen Zusammenhanges war den Autoren sehr wichtig, da die Furcht vor impfstoffassoziierten unerwünschten Ereignissen eine der Ursachen für geringe Impfraten bei der HPV-Impfung sind.

Wie wichtig die Schutzimpfung ist, zeigte sich in zahlreichen Studien. Bei Mädchen und Frauen ließ sich durch eine HPV-Impfung die Rate von Zellveränderungen am Gebärmutterhals deutlich senken. Damit vermindert sich voraussichtlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Veränderungen über Vorstufen zu Krebs entwickeln. Wissenschaftler und Ärzte gehen davon aus, dass die Impfung langfristig zu einer Abnahme der Rate der mit HPV assoziierten Tumorerkrankungen führen wird.

Zur HPV-Impfung

Infektionen mit dem humanen Papillomavirus (HPV) können Gebärmutterhals-Krebs verursachen. Daher wird zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Mädchen im Alter von 9–14 Jahren die Impfung gegen HPV empfohlen. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d.h. bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden.

Hintergrund

HPV-Impfstoffe richten sich gegen bestimmte Typen der sexuell übertragbaren humanen Papillomaviren (HPV), die Impfstoffe dienen damit der Prävention von Gebärmutterhalskrebs. Der erste Impfstoff gegen HPV kam im Jahr 2006 auf den europäischen Markt, derzeit sind in Deutschland drei verschiedene HPV-Impfstoffe erhältlich.

Zur Erklärung:

Paul-Ehrlich-Institut: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Das Institut ist zuständig für die Zulassung und staatliche Chargen-Freigabe von biomedizinischen Arzneimitteln und trägt zur Sicherheit dieser Arzneimittel bei.

Quelle: Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, Dezember 2016

- 09.01.2017