DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Sobek-Forschungspreisträger 2010 stehen fest

Im 11. Jahr teilen sich Prof. Dr. Catherine Lubetzki und Prof. Dr. Rudolf Martini den Sobek-Forschungspreis. Der Nachwuchspreis geht an Prof. Dr. Dr. Sven Meuth. Weit über eine Million Euro an Preisgeldern kamen über die Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung in den vergangenen elf Jahren bereits der MS-Forschung zugute. Mit insgesamt 110.000 Euro pro Jahr sind die Sobek-Preise die europaweit höchstdotierten Forschungspreise auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose.

Die Sobek-Stiftung verleiht diese Auszeichnungen alljährlich in Kooperation mit DMSG-Bundesverband und AMSEL, Landesverband der DMSG in Baden Württemberg, im Neuen Schloss in Stuttgart. 2010 findet die feierliche Verleihung mit Vorträgen aktueller wie früherer Preisträger am 10. Dezember statt. Hier einige Hintergrundinformationen zu den beiden Hauptpreisträgern und ihren Erkenntnissen über MS.

Prof. Dr. Rudolf Martini, Würzburg

Prof. Martini erhält den Sobek Forschungspreis für seine herausragenden wissenschaftlichen Beiträge über die Zusammenhänge von Markscheidenerkrankung und Entzündung im peripheren und zentralen Nervensystem. Er beschäftigte sich mit der Rolle von Zelladhäsionsmolekülen bei der Entwicklung der Nervenfasern und ihrer Markscheiden im peripheren Nervensystem und stellte hier als erster fest, dass genetische Störungen der Gliazellen zu chronischen Entzündungsreaktionen führen.

In Würzburg gelang ihm ferner die Entdeckung, dass auch im zentralen Nervensystem Mutationen in den Markscheiden-bildenden Gliazellen eine chronische Entzündung hervorrufen und damit entscheidend zum der Markscheiden wie der Nervenfasern beitragen. Kürzlich gelang es ihm, eine bei MS-Patienten entdeckte Genmutation an den Mausmodellen zu imitieren und eine MS-vergleichbare Entzündungsreaktion hervorzurufen. Seine Erkenntnisse über die erkrankte Glia als möglichen Auslöser für chronische Entzündungsprozesse im zentralen Nervensystem erlauben völlig neuartige Überlegungen für das Verständnis und letztlich für die zukünftigen Therapieentwicklungen bestimmter schwer behandelbarer Formen der MS und anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems.

Prof. Dr. Catherine Lubetzki, Paris

Prof. Lubetzki erhält den Sobek Forschungspreis für ihre herausragenden Forschungen über die Mechanismen der Bildung und Reparatur von Markscheiden im zentralen Nervensystem bei Multipler Sklerose und in geeigneten Modellsystemen. Während ihrer Tätigkeit im größten französischen MS-Zentrum an der Salpetrière beschäftigte sie sich wissenschaftlich mit den grundlegenden Problemen der Krankheitsentstehung, der Therapie und Diagnostik der MS, und ganz besonders mit Fragen zur Entwicklung und Schädigung der Markscheidenbildung.

Ihre Forschungsergebnisse haben erstmals wichtige Hinweise über den Ablauf der Markscheidenschädigung und Regeneration gebracht und lassen erwarten, dass neue molekulare Therapiestrategien entwickelt werden können, um eine bessere Heilung von MS-Läsionen zu bewirken und damit dauerhafte Schäden bei MS einzugrenzen.

Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung

Mit dem Sobek-Forschungspreis der Stiftung aus Renningen, Baden-Württemberg, werden richtungsweisende Leistungen von Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Multiplen Sklerose und der dazugehörenden Grundlagenforschung ausgezeichnet. Entscheidungskriterien sind allein Qualität und Exzellenz der Forschungsleistung. Es kann sowohl eine außerordentliche wissenschaftliche Einzel- als auch eine Gesamtleistung gewürdigt werden.

Die Sobek-Stiftung verleiht ihren Forschungspreis auf Vorschlag eines wissenschaftlichen Beirats in Zusammenarbeit mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft - Bundesverband (DMSG) e.V. und der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. Die Schirmherrschaft für die Preisverleihung hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. - Ein paar Restplätze im Weißen Saal sind noch frei. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte bis spätestens 7. Dezember an den AMSEL-Landesverband, Julia Degler, Tel. 0711/69786-52. Beginn am Freitag, 10. Dezember ist um 14 Uhr.

- 02.12.2010