DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

STUDIE ZUR ERNÄHRUNGSTHERAPIE BEI MULTIPLER SKLEROSE SUCHT WIEDER TEILNEHMER

Lassen sich die Auswirkungen von Multipler Sklerose durch Ernährung beeinflussen? Erfahrungswerte und erste Studien mit verschiedenen Ernährungskonzepten deuten auf diesen Zusammenhang hin. Eine Studie vom NeuroCure Clinical Research Center der Charité Universitätsmedizin Berlin und dem Immanuel Krankenhaus geht dieser Frage nach und sucht Teilnehmer mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose. Die nächste Kohorte startet im September 2018.

Die NAMS-Studie (Nutritional Approaches in Multiple Sclerosis) ist ein Nachfolger der IGEL-Studie zum Thema Ketogene Ernährung und modifiziertem Fasten: Der DMSG-Bundesverband berichtete.

Aufgrund der positiven Studienergebnisse der IGEL-Studie hinsichtlich der Lebensqualität und den Blutfettwerten durch Fasten-Therapie und ketogener Ernährung, war im letzten Jahr die NAMS-Studie mit einer längeren Interventionszeit von 18 Monaten und dem MRT als Endpunkt ins Leben gerufen worden. Die Resonanz war groß. Im September startet die nächste Kohorte, für die noch Teilnehmer gesucht werden.

Ziel der NAMS-Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit dreier Ernährungskonzepte auf den Erkrankungsverlauf von MS-Erkrankten. Insbesondere wird untersucht, ob es Unterschiede in der Wirksamkeit der Ernährungsformen gibt in Bezug auf das Neu-Auftreten von Läsionen im Gehirn, aber auch hinsichtlich der körperlichen Beeinträchtigung, Schubrate, Lebensqualität, Blutfetten, Darmflora und weiteren Parametern.

Diese Ernährungkonzepte werden untersucht

  • Intermittierendes Fasten (Intervall-Fasten) mit einer im Intervall täglichen 14-stündigen Nahrungskarenz (Aussetzen von Nahrung für eine bestimmte Zeit) als therapeutisch modifiziertes Fasten
  • Adaptierte ketogene Ernährung, eine fettreiche und Kohlenhydrat-reduzierte Ernährung
  • Entzündungshemmende Ernährung, eine Ernährung mit überwiegend pflanzlichen Nahrungsmitteln basierend auf den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

An der NAMS-Studie können Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose teilnehmen, die zwischen 18 und 65 Jahren alt sind und bei denen die Erkrankung in den letzten 2 Jahren aktiv gewesen ist. Die Visiten werden in der Charité am Campus Mitte in Berlin durchgeführt. Insgesamt sind sechs Visiten über einen Zeitraum von 18 Monaten geplant. Zusätzlich werden regelmäßige, MS-spezifische Ernährungsberatungen in Kleingruppen angeboten. Die erste Kohorte ist im Mai gestartet und nun ist der Screening-Zeitraum für die nächste Kohorte geöffnet.

  • Kontakt:
    Lina Bahr, lina.bahrcharitede und 
    Claudia Messelhäußer, claudia.messelhaeusser@charite.de.

Die Studie wird geleitet von:

 

Quelle: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Neurocure Clinical Research Center (NCRC), Bilder privat - 06.07.2018

06.07.2018