DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG-Bundesverband fördert die Forschung

16.02.2006 - Die Förderung der Forschung ist eines der wichtigsten Anliegen der DMSG, Bundesverband e.V. Auch im Jahr 2005 wurden wieder interessante Forschungsvorhaben mit Mitteln der DMSG unterstützt.

Zwei DMSG-geförderte Forschungsvorhaben konnten im Jahr 2005 erfolgreich beendet werden: über Ergebnisse der Forschungen zur Rolle von Plasmablasten bei MS berichteten wir bereits im vergangenen Jahr hier; ebenso finden Sie auf unserer Internetseite aktuell die Ergebnisse der durch die DMSG mit 43.000 Euro geförderten Untersuchungen zum Thema „Immunologische Effekte von Mitoxantron – welches Dosierungsschema ist optimal“.

Darüber hinaus können wir über drei noch weiter laufende Projekte berichten, die bereits im Jahr 2005 durch die DMSG, Bundesverband e.V. finanziell unterstützt wurden:

1. Die Rolle des Chemokins CXCL 13 für die Migration von T-Zellen und B-Zellen in das ZNS von MS-Patienten

Chemokine sind Stoffe, die die Wanderung von Immunzellen unter anderem zu entzündlichen Läsionen regulieren. Daraus ergibt sich die Möglichkeit neuer therapeutischer Perspektiven auch für die Multiple Sklerose. In dem Forschungsprojekt der Gruppe um Prof. Dr. med. Edgar Meinl und Prof. Dr. med. Reinhard Hohlfeld vom Institut für Neuroimmunologie in München, das mit insgesamt 30.000 Euro gefördert wird soll herausgefunden werden, wie viel von diesem Chemokin in MS-Läsionen unterschiedlicher Aktivitätsgrade und verschiedener Subtypen der MS ausgebildet wird. Bereits in früheren Studien fanden die Münchner Wissenschaftler heraus, dass das Chemokin mit der Bezeichnung CXCL 13 in MS - Läsionen nachweisbar ist. Die Menge dieses Chemokins korreliert mit der Anzahl der B- und T- Zellen, die Rezeptoren dafür tragen. Darauf baut die neue Studie auf. Zudem sollen unterschiedliche Gewebe wie weiße Substanz, Hirnhäute, Parenchym hinsichtlich der regionalen Verteilung des Stoffes untersucht werden. Auch soll geklärt werden, wie entzündliche Botenstoffe die Regulation der Ausbildung von CXCL 13 kontrollieren.

2. Untersuchung zur Expression von Toll-like Rezeptoren, Neurotrophinen und Zytokinen in kultivierten plasmazytoiden dendritischen Zellen und T-Zellen von Patienten mit MS

Ausgehend von der Annahme, dass die Zerstörung der Immunregulation eine wichtige Rolle bei der MS spielt soll herausgefunden werden, welche Faktoren mit dafür verantwortlich sind und welche Rolle sie in Bezug auf verschiedene Zelltypen spielen. Ergebnisse der Untersuchungen sollen helfen, neue Erkenntnisse mit Bezug auf die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung MS zu erhalten. Das Projekt, das am Institut für MS-Forschung in Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ralf Gold und Dr. rer. nat. Niels Kruse realisiert wird, wird durch die DMSG mit 42.670 Euro gefördert.

3. Verlaufsuntersuchung zum Einfluss der Epstein-Barr-Viruslast auf die Krankheitsaktivität bei Patienten mit schubförmig remittierender MS

Viren wie das Epstein-Barr-Virus (der Auslöser des Pfeiffer`schen Drüsenfiebers) werden immer wieder mit der Multiplen Sklerose in Verbindung gebracht. Das Virus kann lebenslang in Zellen des Menschen verbleiben und dort unter Umständen auch wieder aktiv werden. Möglicherweise könnte dadurch auch ein Schub bei der MS ausgelöst werden. Ziel des Forschungsvorhabens von Dr. med. Klaus-Peter Wandinger von der Charité Berlin ist es, dieses einmal genauer zu untersuchen und insbesondere zu verfolgen, ob sich vor klinischen Schüben bei MS-Patienten ein Anstieg der Viruslast nachweisen lässt. Das Projekt wird durch die DMSG mit insgesamt 24.000 Euro gefördert.

Redaktion:

DMSG, Bundesverband e.V.
16. Februar 2006

- 17.02.2006