DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Wie beeinträchtigt das Corona-Virus die Lebensqualität von Menschen mit Multipler Sklerose?

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben von Menschen mit MS besser abschätzen zu können, hat das MS-Register der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), Bundesverband e.V. eine Patienten-Umfrage erstellt., die Einblick gewährt wie MS-Erkrankte mit der Infektionsgefahr. umgehen. Die Zwischenergebnisse zeigen, dass die meisten der Umfrage-Teilnehmer in Anbetracht der Situation mit Vorsicht agieren. Fast alle haben ihr Verhalten aufgrund der Corona-Pandemie geändert. Knapp ein Viertel der Befragten hat sich freiwillig in die häusliche Isolation zurückgezogen. Fast drei Viertel haben ihre persönlichen Kontakte eingeschränkt. Eine Ausnahmesituation, die bei MS-Erkrankten viele Fragen aufgeworfen hat. Umso größer ist der Bedarf nach vertrauenswürdigen Informationen.

2391 Menschen mit Multipler Sklerose hatten sich bis zum 17.05.2020 an der Online-Umfrage der DMSG beteiligt. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 47 Jahren, von denen 72 Prozent weiblich und 23 Prozent männlich sind.

 

 

 

101 Teilnehmer gaben an, dass bei ihnen ein Verdacht auf das Corona-Virus vorliegt. 18 Personen (11 weiblich und 7 männlich) hatten eine bestätigte Diagnose des Corona-Virus erhalten oder es war ihnen (aufgrund der vorliegenden Symptome) präventiv geraten worden, sich selbst zu isolieren. Der Verdacht auf eine Corona-Infektion wurde zumeist durch einen Abstrichtest (PCR) bestätigt, nur in einem Fall durch einen Antikörpertest.

 

Bei dieser Gruppe der bestätigten und isolierten Fälle ist davon auszugehen, dass eine Covid-19-Erkrankung vorlag. 17 von 18 Teilnehmern haben diese Frage beantwortet. Als häufigstes Symptom wurde von dieser Patientengruppe Abgeschlagenheit (78 Prozent) angegeben, dicht gefolgt von erhöhter Temperatur, Husten und Gelenk-, Knochen- oder Muskelschmerzen.

 

67 Prozent der bestätigten oder isolierten Fälle leben mit einer schubförmigen Verlaufsform der MS.

 

Eine Auswertung zum Grad der körperlichen Einschränkungen (PDDS) der Corona-bestätigten oder isolierten Umfrage-Teilnehmer führte zu folgendem Ergebnis:

 

Das MS-Register des DMSG-Bundesverbandes e.V. hat diesen Patienten-Fragebogen entwickelt, der sich an den Fragebogen des UK MS-Registers anlehnt und mit der Global Data Sharing Initiative der MS Data Alliance und der MS International Federation abgestimmt wurde. Der Patientensurvey zielt darauf ab, Erkenntnisse zu gewinnen, wie das Corona-Virus das Leben von Menschen mit Multipler Sklerose beeinträchtigt hat, ob sie durch verlaufsmodifizierende Therapien anfälliger sind und über welche Informationen sie bereits verfügen. Darüber hinaus soll ermittelt werden, wie MS-Erkrankte sich in der aktuellen Situation fühlen, welche Art von Informationen und Unterstützung sie erhalten und ob sie ihr Verhalten geändert haben. Diese Informationen sollen helfen zu verstehen, wie MS-Betroffene derzeit mit der Corona- Epidemie umgehen und welche Schlüsse daraus für die Zukunft gezogen werden können.

Die anonyme Umfrage läuft weiter. Sie umfasst insgesamt 30 Fragen und dauert etwa 10 Minuten.

Mehr erfahren Sie auf www.dmsg.de.

Der DMSG-Bundesverband bedankt sich bei allen Teilnehmern.

Quelle: MS Forschungs- und Projektentwicklungsgesellschaft-gGmbH (msfp), DMSG-Bundesverband - 05.05.2020

09.06.2020