DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Therapien

Was ist Plasmapherese?

Bei der Plasmapherese wird Blut aus dem Körper entfernt und das flüssige Plasma und die Blutzellen in einer Zentrifuge getrennt. Das Plasma (einschließlich vieler Lymphozyten) wird verworfen und durch normales Plasma oder humanes Albumin ersetzt, um einen Flüssigkeits- und Eiweißverlust zu vermeiden. Dieses „wiederhergestellte“ Blut wird dann dem Patienten wieder zugeführt. Dieser Vorgang kann mehrere Male wiederholt werden. Es wird angenommen, dass Substanzen, welche das Myelin verändern und/oder die Nervenleitfähigkeit beeinträchtigen, auf diese Weise entfernt werden.

Quelle: Kesselring, Jürg: Multiple Sklerose – Die Anleitung zur Behandlung.

Wie ist die Wirksamkeit einzuschätzen?

Nach ersten günstigen Erfahrungen mit dem Einsatz von Plasmapherese in Kombination mit Cyclophosphamid Mitte der achtziger Jahre und einer späteren Folgestudie von Weiner et al. konnten die anfangs großen Hoffnungen zum Einsatz der Plasmapherese durch eine multizentrische kanadische Studie leider nicht bestätigt werden. Es konnte gegenüber der plazebobehandelten Gruppe, die eine Scheinplasmapherese erhielt, kein signifikanter Unterschied belegt werden. In einer randomisierten, doppelblinden Studie wurde bei Patienten mit schweren Schüben, die nicht auf die übliche intravenöse Steroidpulstherapie reagiert hatten, Plasmapherese mit und ohne begleitende Immunsuppression untersucht. Hier konnte die aktive Therapie mit Plasmapherese in 42 % der Patienten gegenüber der Scheinbehandlung mit 6 % eine moderate oder signifikante Besserung bewirken. Bei schweren steroidresistenten Schüben stellt diese Therapie möglicherweise eine Alternative dar ( siehe auch: Immunmodulatorische Stufentherapie der MS).

Quelle: Umstrittene Therapien der MS (Teil 1): Kritische Betrachtung umstrittener und komplementärmedizinischer Therapien auf der Grundlage aktueller Hypothesen zur Krankheitsentstehung. In: AKTIV (Fachzeitschrift der DMSG) 02/2001, Nr. 191, S. 5.

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V.
31.05.2005

- 31.05.2005