DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Eskalationstherapie

Leberschäden durch den Wirkstoff Natalizumab

28.03.2008 (aktualisiert) – Vor erheblichen Risiken durch die Therapie mit Natalizumab warnt nach den beiden Herstellerkonzernen Biogen und Elan, die das Multiple Sklerose-Medikament in den USA gemeinsam vermarkten, und der FDA inzwischen auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMEA. Mediziner sollen ihre Patienten über die Gefahr aufklären.

Nicht nur die beiden Herstellerfirmen und die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) warnen vor Anzeichen auftretender Leberschäden durch die Therapie mit dem Wirkstoff Natalizumab, wie die DMSG, Bundesverband e.V. bereits am 7. März 2008 berichtet hatte. Nun schließt sich dieser Warnung auch die EMEA, die European Medicines Agency, an. Zwar kommentierte eine Biogen-Sprecherin diese Veröffentlichung mit dem Hinweis, dass schätzungsweise weniger als einer von 1000 Patienten eine ernsthafte Leberschädigung durch die Behandlung erlitten habe. Ein ernster Leberschaden kann allerdings eine Transplantation erforderlich machen oder gar zum Tod führen.

Natalizumab ist umstritten und war vorübergehend sogar vom Markt genommen worden. Im Zeitraum von 2004 bis 2007 wurden jedoch insgesamt 21.000 Patienten mit Natalizumab behandelt; in 28 Fällen traten Leberschäden auf, die aufgrund von Beobachtungen der auftretenden Reaktionen während der Therapie auf einen kausalen Zusammenhang mit Natalizumab schließen lassen, die aber nicht zu den oben beschriebenen schwer wiegenden Gefahren führten.

Das Multiple Sklerose Medikament wurde unter strengen Auflagen inzwischen auch in Europa zugelassen, zu denen unter anderem auch die genaue Überwachung der Leberwerte gehört.

 
Quelle: Reuters – 28. Februar 2008; AMSEL, Landesverband der DMSG Baden-Württemberg e.V. – 29. Februar 2008
Redaktion: DMSG, Bundesverband e.V. – 7. März 2008
 

- 28.03.2008