DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Eskalationstherapie

Therapie der Multiplen Sklerose mit monoklonalen Antikörpern

14.09.2009 – Mit neuen Empfehlungen reagieren deutsche Neurologen auf Neuerungen bei der Therapie der Multiplen Sklerose. Die Behandlung dieser Erkrankung sei in den letzten Jahren nicht nur effektiver geworden, sondern auch komplexer und risikobehafteter, heißt es in einem aktuellen Manuskript zur Therapie der Multiplen Sklerose, das auf einer Arbeitstagung der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. entstand.

Seit Mitte der 1990er Jahre wurden kontinuierlich Fortschritte in der Therapie der schubförmigen Multiplen Sklerose dokumentiert. Diesen erfreulichen Perspektiven stehen einige neue Erkenntnisse zu Risiken mit eingesetzten monoklonalen Antikörpern, wie zum Beispiel dem Wirkstoff Natalizumab, entgegen.

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. informierte ausführlich über die effektiveren und gezielter angewandten Therapien, die aber auch komplexer und risikobehafteter geworden sind. So handelt es sich bei Natalizumab, so eine Stellungnahme des Ärztlichen Beirats des DMSG-Bundesverbandes, um eine sehr wirkungsvolle therapeutische Substanz für MS-Erkrankte mit schubförmigem Verlauf und hoher Krankheitsaktivität, von der gleichzeitig aber sowohl bei Beginn der Therapie als auch während der Anwendung nur mit Bedacht und weitreichender Erfahrung Gebrauch gemacht werden sollte, um Erkrankte vor den Folgen schwerer Nebenwirkungen angemessen zu schützen.

Während einer Arbeitstagung des Ärztlichen Beirats der DMSG, Bundesverband e.V. wurden aus aktuellem Anlass Überlegungen und Empfehlungen zu Natalizumab zusammengefasst, die aus Erfahrungen und Erkenntnissen mit diesem Wirkstoff gewonnen wurden und die unter anderem zukünftige innovative Therapieansätze, Therapieüberwachung und Diagnostik- und Behandlungsabläufe bei auftretenden Komplikationen beschreiben.

Die nun vorliegenden Empfehlungen sollen dazu beitragen, den praktischen Umgang mit Behandlungsrisiken zu verbessern, bei Einhalten dieser Empfehlungen auftretende Gefährdungen des MS-Erkrankten früh zu erkennen und diese durch einen schnellen Informationsaustausch rasch zu behandeln.

Nachlesen können Sie die Ergebnisse der Tagung des Ärztlichen Beirats des DMSG-Bundesverbandes hier:

Originalarbeit:
Gold R et al: Therapie der Multiplen Sklerose mit monoklonalen Antikörpern. Ergebnisse und Empfehlungen des Ärztlichen Beirats der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft. Akt Neurol 2009; 36: 334-344.

 
Quelle: Arbeitstagung des Ärztlichen Beirats des DMSG-Bundesverbandes und Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) - 10. September 2009
Redaktion: DMSG, Bundesverbad e.V. - 14. September 2009; letzte Änderung 15. September 2009
 

- 14.09.2009