DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Interessenvertretung

Arzneimittelversand ja – Zuzahlungspflicht nein! Bundesverband der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft setzt sich für eine finanzielle Entlastung von chronisch Erkrankten ein

Die BAG SELBSTHILFE, der auch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft angehört, fordert die Abschaffung der Zuzahlungspflicht bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln für chronisch kranke Menschen.

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Die Zuzahlung für Arzneimittel belastet auch das Budget von Multiple Sklerose-Erkrankten stark.

Schon lange streitet die Regierungskoalition über ein generelles Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Ziel soll es sein, angebliche Nachteile für regionale Apotheken zu verhindern. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen, kurz BAG SELBSTHILFE, lehnt solche Überlegungen ab, da es sich dabei um eine materielle Debatte mit dem falschen Fokus handelt.

Chronisch Erkrankte finanziell entlasten

In diesem Zusammenhang begrüßt die Bundesarbeitsgemeinschaft den aktuell vorgebrachten Vorstoß der SPD, chronisch kranke Menschen generell von der Zuzahlungspflicht für Medikamente zu befreien. „Das untermauert unsere Forderung nach Entlastung für die betroffenen Menschen. Denn durch ihre chronische Erkrankung benötigen sie regelmäßig teure Medikamente und durch die prozentual anteilige Zuzahlung geraten viele von ihnen in finanzielle Bedrängnis. Das ist nicht hinnehmbar“, kritisiert Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE). Aber auch einem generellen Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, an den der Vorstoß gekoppelt sein soll, steht der Dachverband von 120 Selbsthilfeorganisationen behinderter und chronisch kranker Menschen kritisch gegenüber. „Die Konkurrenz ist ein wichtiges Mittel dafür, die Preise für Medikamente im Rahmen zu halten. Jede Branche muss damit zurechtkommen. Wir sehen keinen Grund, warum Apotheken hier per Gesetz geschützt werden sollten“, erklärt Dr. Danner.

Quelle: BAG SELBSTHILFE - 17.01.2017

- 17.01.2017