DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Multiple Sklerose: Cannabishaltige Medikamente auf Rezept

Der DMSG-Bundesverband begrüßt, dass die Bundesregierung cannabishaltige Fertigarzneimittel zur Therapie von Schwerkranken in Zukunft freigeben will. Zu diesem Zweck ist eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes geplant.

Schon bald könnten schwerkranke Menschen mit MS in Deutschland cannabishaltige Medikamente in der Apotheke erhalten - auf Rezept. Die Bundesregierung hat sich auf entsprechende Änderungen des Betäubungsmittelrechts geeinigt, wie Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler erklärte. Bleibt es bei diesem Übereinkommen, wären Ärzte künftig berechtigt, schwerkranken Patienten Fertigarzneimittel auf Basis von Cannabinoiden zur Linderung von Schmerzen und Spastiken zu verschreiben. Der Handel und die Verwendung von Cannabis zu Rauschzwecken bleiben weiterhin verboten. Die Gesetzesänderung könnte im nächsten Jahr in Kraft treten. Zunächst muss noch eine Abstimmung im Bundestag erfolgen.

Die Bundesgeschäftsführerin der DMSG, Dorothea Pitschnau-Michel, befürwortet die Entscheidung der Bundesregierung: "Damit wird eine Rechtsunsicherheit beseitigt. Bisher konnte der Einsatz von Cannabinoiden nur auf dem Weg des Einzelantrags bei der Bundeso

Bis Mai 2005 hatte die Bundesopiumstelle sämtliche Anträge, Cannabinoide zu medizinischen Zwecken einzusetzen, abgelehnt. 2007 erhielt die erste MS-Erkrankte die Erlaubnis, einen Extrakt aus der Hanfpflanze legal zu beziehen. Noch heute müssen sich Patienten einem Genehmigungsverfahren bei der Bundesopiumstelle unterwerfen. Im Falle der Genehmigung sind nicht unerhebliche Beträge für den Erwerb des Cannabisextraktes aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Das könnte sich bald ändern: Durch die Zulassung eines verschreibungsfähigen Fertigarzneimittels müssten die Krankenkassen die Kosten dieses Medikamentes übernehmen. Der DMSG-Bundesverband hatte Professor Hans-Peter Hartung (Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes) schon 2008 zu dem Thema befragt. Mehr

Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Gesundheit - 17. August 2010

- 18.08.2010