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Was ist ein Schub?

Unter einem MS-Schub versteht man das erstmalige oder erneute Auftreten von Krankheitszeichen, die mehr als 24 Stunden anhalten, sich dann aber ganz oder teilweise zurückbilden.

Weitere Kriterien zur Diagnose eines akuten MS-Schubs sind:

  • Zwischen zwei Schüben müssen mindestens 30 Tage liegen.
  • Die Krankheitssymptome dürfen nicht durch äußere Einflüsse – zum Beispiel hohe Temperatur, einen Infekt, starke Erschöpfung - und nicht durch eine anderweitige physische oder organische Ursache hervorgerufen sein; in einem solchen Fall handelt es sich um einen sogenannten Pseudo-Schub.

Wirkstoff

bevorzugt Methylprednisolon, ein künstliches Glukokortikoid. Kortikoide (Kortison) sind Hormone der Nebennierenrinde.

Handelsname

z. B. Urbason.

Indikation

Standardtherapie beim akuten MS-Schub, wenn auch offiziell in Deutschland für die MS-Behandlung nicht zugelassen.

Verabreichungsform

intravenöse Infusion, üblicherweise in einer Dosierung von 1000 mg an drei aufeinander folgenden Tagen, stationär oder ambulant.

Wirkweise

Glukokortikoide hemmen den Entzündungsprozess und das Immunsystem. Sie wirken direkt auf die beim MS-Schub vorliegende Störung der Blut-Hirn-Schranke ein.

Gegenanzeigen

starke Erkältung, Allergie gegen Methylprednisolon (hier können unter Umständen andere Glukokortikoide eingesetzt werden), ausgeprägte Magen-Darm-Geschwüre, ausgeprägte psychische Störungen, reaktivierbare Tuberkulose.

Nebenwirkungen

Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Unruhe und Schlafstörungen, psychische Störungen, Unverträglichkeitsreaktionen. Bei Diabetikern Gefahr von erhöhten/entgleisenden Blutzuckerwerten. Das Risiko eines epileptischen Anfalls kann bei Patienten, die dazu neigen, erhöht werden. Gleiches gilt für das Thrombose-Risiko, insbesondere für Patienten mit Paresen (Lähmungen).

Wissenswertes

Die hochdosierte Kortison-Stoß-Therapie wird allgemein als Standardtherapie des akuten MS-Schubs empfohlen. Sie wird üblicherweise an drei aufeinander folgenden Tagen morgens als intravenöse Infusion gegeben. Danach kann die Behandlung beendet werden; ein Ausschleichen mit Kortison-Tabletten ist in der Regel nicht notwendig. Bei ausgeprägten Symptomen, die sich nur unzureichend bessern, kann die dreitägige Kortison-Stoß-Therapie auf fünf Tage verlängert werden. Wenn sich nach zweiwöchiger Pause die Symptome immer noch nicht ausreichend zurückgebildet haben, kann die Therapie nach den aktuellen Empfehlungen der Multiple Sklerose Therapie Konsensus Gruppe wiederholt werden, und zwar mit einer Dosierung von bis zu 2000 mg über fünf Tage. Denn aus dem Tiermodell der MS ist bekannt, dass hohe Dosierungen zu einer rascheren und besseren Rückbildung der Krankheitserscheinungen führen können. Führt auch diese zweite Therapie nicht zum Erfolg, kann in besonders schweren Fällen (Lähmung mit Rollstuhlpflichtigkeit oder Sehnerv-Entzündung mit Blindheit) eine Plasmapherese (Blutwäsche) versucht werden.

Wichtig

Eine Dauertherapie mit Glukokortikoiden sollte wegen möglicher schwerwiegender, nicht rückgängig zu machender Nebenwirkungen vermieden werden. Zu diesen Nebenwirkungen können Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose, aseptische Knochennekrose (Zerstörung des Knochengewebes), Magengeschwüre, Thrombose, Wundheilungsstörungen, Hautschäden, Muskelerkrankungen und Erkrankungen des peripheren Nervensystems zählen.

DMSG Bundesverband e.V., , letzte Aktualisierung: 13.09.2017

Indikation

Option zur Behandlung des akuten MS-Schubs, wenn die Kortison-Stoß-Therapie nicht wirkt und die Gefahr besteht, dass zum Beispiel schwere Sehstörungen mit Blindheit oder Arm- bzw. Beinlähmungen bestehen bleiben (eskalierende Schubtherapie).

Behandlung

Die Behandlung erfolgt in der Regel stationär in einem MS-Zentrum über zehn Tage, kann im Ausnahmefall aber auch ambulant durchgeführt werden. Über die Hals- oder Armvene wird Blut aus dem Körper entnommen und in einer Zentrifuge das flüssige Plasma von den Blutzellen getrennt. Das Plasma wird ersetzt, entweder durch fremdes Plasma oder humanes Albumin, und dieses „gewaschene“ Blut wird dann dem Patienten wieder zugeführt. Dieser Vorgang dauert rund zwei bis vier Stunden und wird in der Regel wird fünfmal wiederholt, wobei zwischen den einzelnen Behandlungen jeweils ein Tag Pause liegen sollte.

Wirkweise

Mit der Plasmapherese sollen aus dem Blut jene schädlichen Bestandteile entfernt werden, die zur Schädigung des Myelins beitragen.

Nebenwirkungen

Neben den Risiken, wie sie auch beim Blutspenden bestehen – kleiner Bluterguß, in sehr seltenen Fällen Nervenschädigung und Venenentzündung – können in selten Fällen Kreislaufreaktionen auftreten. Bei einem Teil der Patienten kommt es zu Nebenwirkungen durch das gerinnungshemmende Mittel, das dem Blut zugesetzt wird. Meistens wird die Blutwäsche aber sehr gut vertragen.

Wissenswertes

Die Therapie ist dann besonders erfolgversprechend, wenn sie innerhalb von vier bis spätestens sechs Wochen nach Beginn der Schubsymptome durchgeführt wird. Über die Erfolgsquote der Plasmapherese gibt es unterschiedliche Angaben. Die Angaben schwanken zwischen mehr als 40% (Mayo Clinic, USA mit bis zu 3 Monaten Intervall) und 70% (MS-Zentren Göttingen und Bochum). Nicht jeder MS-Patient spricht auf die Plasmapherese an. Eine bestimmte Subgruppe von MS-Patienten profitiert von der Plasmapherese im akuten Schub aber sehr gut. Bei dieser Patientengruppe fanden sich in den Herden Ablagerungen von löslichen Bestandteilen des Immunsystems, sogenannte Antikörper und Komplement. Dieser „Antikörper/Komplement“-Subtyp der MS stellt einen der vier Subtypen dar, die in den vergangenen Jahren bei Gewebeuntersuchungen nachgewiesen werden konnten. Die Bestimmung einer dieser vier Subtypen ist zurzeit nur mit einer Untersuchung von Hirngewebe möglich; sie ist noch nicht mit einfachen Tests im Blut oder in der Bildgebung von MS-Patienten darstellbar.

Wichtig

Für die langfristige Immuntherapie ist die Plasmapherese-Behandlung nicht geeignet. Albumin ist ein wasserlösliches Eiweiß (Protein), das hauptsächlich im Blutplasma vorkommt. Das Komplement sind Eiweiße, die im Immunsystem an der Abwehr von Mikroorganismen beteiligt sind, aber auch zellzerstörende Eigenschaften haben können.

DMSG Bundesverband e.V., , letzte Aktualisierung: 13.09.2017

Verlaufmodifizierte Therapie

Symptomatische Therapie

Rehabilitationsverfahren

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