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Leben mit MS

8. März - Weltfrauentag: Frauen mit Multipler Sklerose vielfach benachteiligt

© MSFP / MS-Register

Den Internationalen Frauentag gibt es seit dem Jahr 1911. Weltweit wird an diesem Tag auf die Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht. Auch heutzutage gibt es noch viele Themen, bei denen es Handlungsbedarf gibt – gerade auch mit Blick auf Frauen mit Multipler Sklerose, auch in Deutschland. Mit dem Positionspapier zu den geschlechtsspezifischen Aspekten der Multiplen Sklerose, macht die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft auf Faktoren und Bedarfe aufmerksam und fordert, Frauen, auch in Hinsicht auf die Behandlung der MS stärker zu unterstützen und den geschlechtsspezifischen Unterschieden auch in der Forschung mehr Beachtung zu schenken. 

Der Internationale Frauentag am 8. März wurde erstmals 1911 - kurz vor dem Ersten Weltkrieg - von sozialistischen Organisationen initiiert, als Teil ihres Kampfes für die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Obwohl viel erreicht worden ist, ist der Kampf für Gleichberechtigung längst nicht beendet. So klingen die Forderungen am Internationalen Frauentag heute nicht viel anders als vor einem Jahrhundert: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, bessere Aufstiegschancen und Arbeitsbedingungen und mehr Rechte gegen Gewalt und Sexismus.

Auch in Sachen Gesundheit gibt es noch Aufholbedarf, denn noch immer orientiert sich unser Gesundheitssystem vorrangig am männlichen Teil der Bevölkerung:

  • Medikamente werden meist nur an Männern getestet, weil diese einen gleichmäßigen Hormonhaushalt haben. Dabei sind Frauen und Männer, auch was den Hormonhaushalt, Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System angeht, unterschiedlich, sodass Medikamente bei Frauen entsprechend anders wirken können,
  • So kann es dazu kommen, dass Frauen fehldiagnostiziert werden, weil sich Studien und die Lehre zu Krankheitsbildern überwiegend an Jungen und Männern orientieren. Dabei zeigen Frauen und Männer oft unterschiedliche Symptome bei der gleichen Krankheit.
  • So werden Symptome bei Frauen oft auf die Psyche geschoben, weil Frauen als emotionaler wahrgenommen werden.
  • Frauenkrankheiten, wie PMS oder Endometriose, werden viel weniger erforscht, sodass dort keine bis wenige Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind.

Frauen erkranken beispielweise auch häufiger an Multipler Sklerose als Männer (Verhältnis 3:1). Bei Frauen bis zum 20. Lebensjahr beträgt das Verhältnis sogar 4:1. Bei der Betrachtung von geschlechtsbezogenen (genderspezifischen) Aspekten der MS werden jedoch häufig nur die Themen Schwangerschaft und Mutterschaft fokussiert.

Mit dem Positionspapier zu geschlechtsspezifischen Aspekten der MS macht die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft auf weitere Faktoren und Bedarfe aufmerksam, die im Verlauf der chronischen Erkrankung auftreten können und fordert, Patientenschulungen sowie auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmte Maßnahmen, wie hormonelle und Vitamin D-Substitution, Knochendichtemessungen, Physiotherapie und Funktionstraining für MS-Erkrankte in den Leistungskatalog der Renten- bzw. Krankenversicherung aufzunehmen. Die schwierigeren Berufseinstiege für junge Frauen mit MS, sowie die Gefahr früher Berentung von Frauen mit MS, bedürfen besonderer Arbeitsmarktprogramme, um dem entgegenzuwirken.

Das komplette Positionspapier der DMSG mit allen Quellen finden Sie hier:

Positionspapier geschlechterspezifische Aspekte der MS

Verantwortliche Autoren des Positionspapiers:

Prof. Dr. med. Judith Haas, Vorsitzende

Herbert Temmes, Bundesgeschäftsführer

Eine aktualisierte Fassung werden wir in Kürze veröffentlichen. 

Quelle: DMSG-Bundesverband e.V. - 07.03.2024
Redaktion: DMSG-Bundesverband e.V. - 07.03.2024

 

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