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MS-Therapien

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V informiert: Was hilft bei Schluckstörungen?

Prof. Dr. med. Thomas Henze. Bild: Johannes Kirchherr

Wenn das Schlucken schwerfällt oder die Nahrung im Hals steckenbleibt bis zu Erstickungsanfällen bei der Nahrungsaufnahme, kann eine Schlucktherapie helfen. Welche Behandlungen noch sinnvoll sind, erklärt Prof.  Thomas Henze, Mitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes im Interview.

Was verursacht Schluckstörungen bei Multipler Sklerose (MS)?

 

 

Prof. Thomas Henze: Wie viele andere Symptome der MS entstehen auch Schluckstörungen ganz überwiegend durch entzündliche Herde im Gehirn, vor allem im Hirnstamm. Diese Herde beeinträchtigen die exakte Steuerung und Koordination der mehr als 20 (!) kleinen Muskeln in Hals und Rachen, ohne die das Schlucken nicht funktionieren kann.

Woran bemerkt man Schluckstörungen?

Prof. Thomas Henze: Die einzelnen Symptome einer Schluckstörung sollten von Ihrer Neurologin bzw. Ihrem Neurologen möglichst detailliert nachgefragt werden, da diese im Alltag nicht immer gleich auffallen und man sie nicht mit einer MS in Zusammenhang bringt. Diese Symptome sind vor allem: Häufiges Verschlucken, Husten, Räuspern, eine „feuchte“ oder „gurgelnde“ Stimme nach dem Schlucken, vermehrter Speichelfluss, vermehrte Verschleimung, eine verlängerte Nahrungsaufnahme, mehrmaliges Schlucken müssen zur Entleerung des Rachens, Speisereste im Mund nach Beendigung der Mahlzeit, die Vermeidung bestimmter Speisen (z.B. zu hart, zu weich), eine bewusst oder unbewusstveränderte Kopfhaltung beim Schlucken. Bei ausgeprägter Schluckstörung kann es auch zum Steckenbleiben von Nahrung in Hals oder Rachen oder sogar zu Husten- und Erstickungsanfällen kommen.

Welche Gefahren drohen dabei?

Prof. Thomas Henze: Eine Schluckstörung kann vielerlei Folgen haben. Essen und Trinken sind auf Grund der geschilderten Symptome kein wirklicher Genuss mehr; man vermeidet gemeinsame Mahlzeiten und will auch nicht mehr in ein Restaurant gehen. Schwerwiegender sind auf Dauer aber eine nicht mehr ausreichende Trinkmenge mit der Gefahr der Austrocknung und eine zu geringe Nahrungsaufnahme mit der Gefahr einer Mangelernährung und Abmagerung. Am gefährlichsten wird es jedoch, wenn Flüssigkeiten oder Nahrung unbeabsichtigt in die Speiseröhre (wo sie hingehören), sondern in die Luftröhre abgeschluckt werden. Daraus kann eine oft gefährliche Lungenentzündung entstehen.

Wie können Schluckstörungen behandelt werden?

Prof. Thomas Henze: Zur Verbesserung des Schluckvermögens stehen zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die zumeist von Logopäden angeboten werden. Diese funktionelle Schlucktherapie umfasst neben vielfältigen Bewegungsübungen, Stimulationen, Änderungen der Kopfhaltung sowie Verhaltensänderungen beim Essen und Trinken auch kleinere Hilfsmittel und diätetische Maßnahmen. Medikamente sind ebenso wie eine Elektrostimulation von Rachenmuskeln nur in speziellen Fällen hilfreich.

Mehr über die Behandlung von Schluckstörungen und andere Symptome der MS erfahren Sie auf www.ms-wissen.de im Tool Symptomatische Therapie.

Quelle: DMSG-Bundesverband e.V. - 22.12.2022
Redaktion: DMSG-Bundesverband e.V. - 22.12.2022

 

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