DMSG vergibt erstes Stipendium an jungen MS-Forscher zur Erweiterung der Methodenkompetenz
Ab diesem Jahr vergibt die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) erstmals Stipendien an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ziel des neuen Förderprogramms ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs in der MS-Forschungscommunity zu vernetzen und das individuelle Methodenrepertoire für MS-spezifische Forschung gezielt auszubauen. Nun wurde der erste Stipendiat ausgewählt: Saadat Ahmad Khan Rana erhält eine Förderung für sein Forschungsprojekt zur Krankheitsprogression bei Menschen mit Multipler Sklerose.
Immunologische Mechanismen der Krankheitsprogression
Das Projekt trägt den Titel: „Welche Immunzell- und molekularen Mechanismen sind mit Progression (PIRA) bei Patientinnen und Patienten mit progredienter MS unter Anti-CD20-Therapie assoziiert?“
Untersucht wird, welche Veränderungen im Immunsystem mit dem Fortschreiten der MS bei Patientinnen und Patienten zusammenhängen, die mit einer Anti-CD20-Antikörpertherapie behandelt werden. Innerhalb eines sechsmonatigen Förderzeitraums werden Immunzellen aus Nervenwasser, Lymphknoten und Blut systematisch analysiert. Ziel ist es, mithilfe moderner genetischer Untersuchungsmethoden frühzeitig Anzeichen für ein Fortschreiten der Erkrankung zu erkennen.
Die zentrale Annahme ist, dass sich bestimmte Muster in den Immunzellen bereits zeigen, bevor sich eine Verschlechterung klinisch bemerkbar macht. Dafür werden klinische Daten – beispielsweise aus körperlichen und kognitiven Tests – mit detaillierten Laboranalysen kombiniert, um mögliche Zusammenhänge besser zu verstehen. Zusätzlich kommen bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) und spezielle PET-Untersuchungen (Positronen-Emissions-Tomographie) zum Einsatz, um Entzündungsprozesse im Gehirn sichtbar zu machen.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, frühere und genauere Marker für eine Krankheitsprogression zu identifizieren. Dadurch könnten künftig individuellere Behandlungsstrategien entwickelt und Therapieentscheidungen noch besser an den jeweiligen Krankheitsverlauf angepasst werden.
Förderung ermöglicht intensive Forschungsarbeit
Die Fördersumme von insgesamt 13.800 Euro ermöglicht es Rana, sich während des Projektzeitraums vollständig auf die Forschung und die Auswertung der erhobenen Daten zu konzentrieren.
Mit dem neuen Stipendienprogramm erweitert die DMSG ihr Engagement in der Forschungsförderung. Junge Forschende können eine finanzielle Unterstützung für eine zeitlich befristete Forschungs- und Qualifizierungsphase zum Erlernen MS-relevanter Methoden in renommierten Forschungseinrichtungen oder Gastlaboren erhalten. Gefördert werden Aufenthalte von bis zu sechs Monaten mit einer monatlichen Fördersumme von bis zu 3.000 Euro, insgesamt maximal 18.000 Euro.
Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt auf Grundlage einer nationalen Begutachtung. In den Auswahlprozess sind Vertreterinnen und Vertreter des Ärztlichen Beirats sowie des Bundesbeirats MS-Erkrankter eingebunden. Die abschließende Entscheidung trifft der Geschäftsführende Vorstand des DMSG-Bundesverbandes.
Jetzt bewerben für unsere kommende Ausschreibung! Bis zum 15. Oktober läuft unsere zweite Bewerbungsrunde.
Das Antragsformular und weitere Informationen stehen hier zur Verfügung:
Forschungsförderung und Stipendien
Die DMSG dankt allen Mitgliedern, Partnern, Förderern sowie insbesondere den Spenderinnen und Spendern, die mit ihrer Unterstützung dazu beitragen, die MS-Forschung in Deutschland nachhaltig zu stärken.
Redaktion: DMSG-Bundesverband – 05.08.2026

