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DMSG Aktuell

Tele-Funktionstraining dauerhaft als ergänzendes Angebot der Gesetzl. Krankenversicherung ermöglichen

Dr. phil. Stephanie Woschek beim Tele-Funktionstraining Bild: DMSG-Bundesverband

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Ulla Schmidt, Gesundheitsministerin a.D. unterstützen Anliegen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. in einer gemeinsamen Pressemitteilung.  

Menschen, die an Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind, haben die bisherigen Wellen der Corona-Pandemie mit Selbstisolation und Selbstschutz mit Masken, Impfungen und Einhaltung von strikten Hygienemaßnahmen bewältigt. Die aktuelle 4. Welle fordert alle, insbesondere erneut die chronisch kranken Menschen, massiv heraus. Gruppen- und Seminarangebote mussten aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, viele chronisch kranke Menschen gehen erneut in Selbstisolation und sind so besonders hart von der Pandemie betroffen.

Die DMSG ist ein noch junger Anbieter im Bereich des Funktionstrainings. „Mit großer Unterstützung der Gemeinnützigen Hertie Stiftung und in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius konnten wir im Landesverband Hessen das Trainingskonzept entwickeln und bereits im Jahr 2019 startete das Projektteam unter Leitung von Frau Dr. Stephanie Woschek mit ersten Trainingsgruppen vor Ort“, erläutert die Vorsitzende der DMSG Hessen Dagmar Spill.

„Not macht erfinderisch und so entstand aus der Pandemie das digitale Funktionstraining. Dieses ersetzt nicht nur das Präsenztraining, sondern erreicht Menschen, die bisher nicht erreicht wurden. Jetzt geht es darum, diese sehr gute Form des Trainings für die Zeit nach der Pandemie zu erhalten“, äußert sich Benno Rehn, Geschäftsführer der DMSG Hessen.

Das auf den Bedarf von MS-Erkrankten abgestimmte Funktionstraining in Gruppen wird in der neuen Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose der DGN (Stand 2021) als eine der symptombezogenen Maßnahmen der ambulanten Therapie genannt. Prof. Dr.med. Peter Berlit, Generalsekretär der DGN) sagt dazu: „Aus medizinischer Sicht ist das Funktionstraining von enormer Wichtigkeit für MS-Patienten. Es geht hier nicht um ein Fitnesstraining zum Konditionsaufbau, sondern darum, gezielt krankheitsbedingten Funktionsverlusten entgegenzuwirken. Dafür benötigen die Patientinnen und Patienten eine professionelle Anleitung. Das virtuelle Funktionstraining als flächendeckendes Angebot auch nach der Pandemie auszubauen und so Patienten Teilhabe zu ermöglichen, die sonst aufgrund ihrer Behinderung Schwierigkeiten haben Präsenzangebote wahrzunehmen, ist eine sinnvolle Forderung, welche die DGN als wissenschaftliche Fachgesellschaft vollumfänglich unterstützt.“

Mit der Pandemie wurde auch das Tele-Funktionstraining als ergänzende Form ermöglicht, allerdings nicht mit Aussicht auf Dauer. „Wir sind froh darüber, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen kurzfristig die Möglichkeiten für Tele-Angebote auch bei Funktionstraining und Rehabilitationssport ermöglicht haben,“ betont DMSG-Bundesgeschäftsführer Herbert Temmes. Während der Lockdowns konnten Gruppentrainings in Präsenz nicht stattfinden. Auch in Zeiten von Lockerungen waren große Räume für Funktionstrainingsgruppen nicht nutzbar, da gerade Rehabilitationszentren, kommunale Einrichtungen wie Schulsporthallen für Externe geschlossen blieben. „Ohne die Umsetzung von Online-Angeboten hätten viele Menschen mit MS keinerlei Möglichkeit gehabt unter qualifizierter Anleitung Trainingstherapie in der Gruppe sicher durchzuführen“, erklärt die Projektleiterin Dr. phil. Woschek. Die Digitalisierung ist in aller Munde und in einigen Bereichen, zum Beispiel bei den ambulanten rehabilitativen Maßnahmen, setzt der Gesetzgeber auf zusätzliche Videoangebote, um die Therapien aufrecht erhalten zu können. „Mit dieser Ergänzung können wir Menschen mit MS, unabhängig von Mobilität sowie kognitiven oder motorischen Einschränkungen, einen niederschwelligen Zugang zu Sport und Bewegung ermöglichen und Funktionsverlusten aktiv entgegen wirken“, verdeutlicht sie.

Vertreter der Gesetzlichen Krankenversicherung haben sich jedoch bislang ablehnend gegenüber einer dauerhaften Beibehaltung des Tele-Funktionstrainingsangebotes geäußert. „Wir halten dies angesichts der erfolgreichen Implementierung und der sehr positiven Rückmeldung ihrer Nutzer für kurzsichtig“, so DMSG-Bundesgeschäftsführer Temmes. Die DMSG erreicht Menschen mit Bewegungseinschränkungen, für die der Weg zu einer Gruppe bereits sehr mühsam sein kann. Auch berufstätigen Menschen mit MS wird mit dem Tele- digitalen Angebot der Zugang zu einem unterstützenden rehabilitativen Angebot ohne weite Wege und zusätzliche Belastungen ermöglicht. Sowohl das Präsenztraining als auch das Tele-Funktionstraining werden wissenschaftlich von der Hochschule Fresenius (Idstein/Ts.) begleitet.

Ulla Schmidt, Gesundheitsministerin a.D. unterstützt dieses Vorhaben der DMSG:

„Funktionstraining und Rehasport haben als Tele-Angebot während der Pandemie mitgeholfen, dass MS-Erkrankte wie auch andere chronisch erkrankte Menschen in ihrer eigenen Wohnumgebung eine passende bewegungsförderliche Maßnahme in einer Gruppe unter Anleitung ausführen konnten. Ich unterstütze die DMSG dabei, dass diese Form auch über die aktuelle 4. Welle hinaus im gesamten Jahr 2022 als niedrigschwelliges Angebot erhalten bleiben soll.“

„Die DMSG fordert daher die Gesetzlichen Krankenversicherungen auf, Verordnungen für (Tele-) Funktionstraining wieder wie im Jahr 2020 zu entfristen, das Tele-Funktionstraining als komplementäres Angebot neben den Präsenztreffen möglich zu machen und auch die Begrenzung der Verordnungsfähigkeit aufzuheben“, fasst DMSG-Bundesgeschäftsführer Herbert Temmes das Anliegen der DMSG zusammen.

Die nächsten Termine finden Sie unter Online-Angebote

 

Kontakt:

Ines Teschner, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.
Kontakt: teschner(at)dmsg.de. Mobil: +49 0170-2968 292
 

 

 

Hintergrund:

Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer Fachleute gegründet, vertritt die Belange Multiple Sklerose Erkrankter und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge.
 

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit 820 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, 4.000 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 250 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG rund 44.000 Mitglieder.
Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland. Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D.
 

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt. In Deutschland leiden nach neuesten Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 250.000 Menschen an MS. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht genau bekannt.
MS ist keine Erbkrankheit, allerdings spielt offenbar eine genetische Veranlagung eine Rolle. Zudem wird angenommen, dass Infekte in Kindheit und früher Jugend für die spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss. Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig beeinflusst werden. Weltweit sind schätzungsweise 2,8 Millionen Menschen an MS erkrankt.

 

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