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MS-Forschung

Veranlagung für Multiple Sklerose ein Resultat prähistorisch genetischer Anpassung

Der DMSG-Bundesverband bietet am 5. März, 18 Uhr, eine Online-Informationsveranstaltung mit Professor Lars Fugger, Oxford, – einem maßgeblichen Studienautor  

Im Januar 2024 gab es viele Pressemeldungen über neueste Informationen, wie uns die DNA unserer früheren Vorfahren noch heute beeinflusst. Mit Hilfe der Ergebnisse lassen sich Völkerwanderungen und Abstammungslinien der heutigen europäischen Bevölkerung nachvollziehen. Menschen, die mit dem Thema Multiple Sklerose (MS) verbunden sind, haben die Artikel mit Interesse verfolgt, da ein Teil der Berichte, die sich auf Forschungsergebnisse von DNA-Analysen prähistorischer Menschen beziehen, eine Brücke zum vermehrten Auftreten von MS im nordeuropäischen Raum schlagen.  

Nach Angaben der Forscher erfolgte vor rund 5000 Jahren die Einwanderung eines nomadisch lebenden Hirtenvolkes (die Jamnaja) aus der pontischen Steppe (Gebiet zwischen Donau bis zum Ural) ins nord-westliche Europa. Die Jamnaja brachten Genvarianten mit, die das Immunsystem stärker aktivieren und gleichzeitig ein erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen wie die MS bedeuten. Damals vermutlich trotz erhöhtem MS-Risiko ein Überlebensvorteil um besser auf Infektionen, beispielsweise auf von Nutztieren übertragen Krankheiten, reagieren zu können. Heute mit verbesserter Hygiene, fortgeschrittener Medizin und anderen Lebensbedingungen haben die Infektionen von damals, gegen die die Genvarianten ursprünglich schützten, weniger Relevanz. Das erhöhte Risiko für Autoimmunerkrankungen blieb jedoch auch im Erbgut erhalten und ist heute noch in Nordeuropa verbreiteter als in Südeuropa. Dies könnte das bekannte Nord-Süd-Gefälle im Auftreten der MS in Europa erklären. 

Studien-Mitautor William Barrie von der Universität Cambridge beschreibt wie verblüffend die Ergebnisse sind: „Sie sind ein großer Schritt vorwärts in unserem Verständnis der Entwicklung von MS und anderer Autoimmunerkrankungen.“ Mitautor Lars Fugger von der Universität Oxford ergänzt: „Das bedeutet, dass wir jetzt verstehen und versuchen können, MS als das zu behandeln, was sie tatsächlich ist: das Ergebnis einer genetischen Anpassung an bestimmte Umweltbedingungen, die schon in unserer Vorgeschichte auftraten.“ 

Die DMSG, Bundesverband e.V. lädt Sie herzlich zu einer Online-Informationsveranstaltung inklusive Frage- und Antwortrunde zu den Studienergebnissen ein. Prof. Dr. Ralf Gold, Bochum,  Vorsitzender des Ärztlichen Beirates, und Prof. Lars Fugger (M.D, Ph.D., FRCPath), Mitautor von der Universität Oxford, stehen Ihnen zur Verfügung.  

Termin: Dienstag, 5. März 2023, 18:00-19:00 Uhr 

Anmeldemodalitäten: 

Bitte melden Sie sich hier an.

Wenn Sie Ihre Anmeldung bestätigen, erhalten Sie automatisch den Link zum Online-Seminar.  

Bitte bewahren Sie die Mail auf oder kopieren Sie die Daten gleich in Ihren Kalender. 

Die Veranstaltung findet über unsere Video-Besprechungssoftware Cisco Webex statt. Bitte schauen Sie nach Ihrer Anmeldung auch im Spam- oder Junk-Ordner nach, wenn Sie die Bestätigung nicht finden.  

Redaktion: DMSG-Bundesverband - 15.02.2024

Links: 

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