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MS-Forschung

Videoaufzeichung des Online-Vortrags verfügbar: Die genetischen Wurzeln der Multiplen Sklerose

Professor Lars Fugger von der Oxford-Universität ist einer der Mit-Autoren der große Aufmerksamkeit erregenden Veröffentlichungen zu Jahresbeginn zur Frage der Herkunft der sogenannten Multiple-Sklerose-Gene. 

In dem sehr eindrücklichen Vortrag am 5. März betonte Prof. Fugger insbesondere, dass diese Gene keine "schlechten" Gene seien, sondern vor ca. 5.000 Jahren einen wichtigen Vorteil mit sich brachten und das Überleben der Träger sicherten. Erst unter den heutigen Bedingungen und modernen Lebensweisen sind diese Gene für Erkrankungen wie die Multiple Sklerose mit verantwortlich. 

Prof. Dr. med. Ralf Gold, Vorsitzender des Ärztlichen Beirates der DMSG moderierte und half bei den Übersetzungen.

Nach Angaben der Forscher erfolgte vor rund 5000 Jahren die Einwanderung eines nomadisch lebenden Hirtenvolkes (die Jamnaja) aus der pontischen Steppe (Gebiet zwischen Donau bis zum Ural) ins nord-westliche Europa. Die Jamnaja brachten Genvarianten mit, die das Immunsystem stärker aktivieren und gleichzeitig ein erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen wie die MS bedeuten. Damals vermutlich trotz erhöhtem MS-Risiko ein Überlebensvorteil um besser auf Infektionen, beispielsweise auf von Nutztieren übertragen Krankheiten, reagieren zu können. Heute mit verbesserter Hygiene, fortgeschrittener Medizin und anderen Lebensbedingungen haben die Infektionen von damals, gegen die die Genvarianten ursprünglich schützten, weniger Relevanz. Das erhöhte Risiko für Autoimmunerkrankungen blieb jedoch auch im Erbgut erhalten und ist heute noch in Nordeuropa verbreiteter als in Südeuropa. Dies könnte das bekannte Nord-Süd-Gefälle im Auftreten der MS in Europa erklären. 

Studien-Mitautor William Barrie von der Universität Cambridge beschreibt wie verblüffend die Ergebnisse sind: „Sie sind ein großer Schritt vorwärts in unserem Verständnis der Entwicklung von MS und anderer Autoimmunerkrankungen.“

Mitautor Lars Fugger von der Universität Oxford ergänzt: „Das bedeutet, dass wir jetzt verstehen und versuchen können, MS als das zu behandeln, was sie tatsächlich ist: das Ergebnis einer genetischen Anpassung an bestimmte Umweltbedingungen, die schon in unserer Vorgeschichte auftraten.“ 

Wir stellen Ihnen nun die Aufzeichnung des Online-Vortrages sowie der Diskussion zur Verfügung.

Prof. Dr. med. Ralf Gold, Vorsitzender des Ärztlichen Beirates der DMSG, moderierte und half mit den Übersetzungen. 

Hier geht es zur Video-Aufzeichnung.

Redaktion: DMSG-Bundesverband e.V. - 28.03.2024

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