DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

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Wie würden Sie entscheiden?

Thema

Thema von Claudia eröffnet am 21.08.17, 19:13 Uhr

Wie würden Sie entscheiden?

Hallo liebe Gleichgesinnte und ggf. Angehörige.
Ich trage mich mit einem riesen Problem und hätte gerne vllt. die eine oder andere Sichtweise gelesen.

Ich bin seit 2009, damals schon 42 mit der Diagnose MS konfrontiert worden. Ich habe einen bisher sehr milden Verlauf mit 2 Schüben, die fast vollständig remitiert haben.
Ich habe mich 2015 nach 25 Jahren Ehe getrennt, weil ich endlich mein Leben leben möchte,(und aus verschiedenen andere Gründe, die hier nicht so wichtig sind). Aber ein wichtiger Grund war, ich konnte und wollte mir nicht vorstellen von meinem Ex-Mann gepflegt zu werden.

Jetzt habe ich mich neu verliebt (soll ja vorkommen, dass das Leben uns ein Schnippchen spielt ;-) )
Dieser Mensch hat in der Vergangenheit bereits schon einmal einen Lebenspartner 8 Jahre bis zum Tod begleitet/gepflegt.
Ich habe erst von meiner Erkrankung erzählt, als ich diese Geschichte erzählt bekommen habe. Wir verliebten uns also ohne MS. Sie ist nicht in meinem Bewußtsein, da kaum aktiv.
Jetzt zu meinem Problem:
Als ich die Geschichte meiner neuen Liebe zu hören bekam, gingen wieder alle Alarmglocken an. Ich kann diesem leidgeprüften Menschen, der schon einmal 8 Jahre seines eigenen Leben geopfert oder besser verloren hat, nicht schon wieder das Gleiche in Aussicht stellen. Mein Partner sieht das anders. Er meint. dass ich das nicht für ihn entscheiden muss und kann, im übrigen leben wir im Hier und Jetzt.
Ich finde aber, dass ich sehrwohl auch eine Sorgfaltspflicht gegenüber meinen Mitmenschen habe. Ich kann mich, mit diesem Wissen, nicht mehr entspannt auf diese Beziehung einlassen.
Ich habe mir Bedenkzeit erbeten, natürlich leidet mein Partner wie ein Hund. Deshalb möchte ich hier gerne Fragen: Hat irgendjemand eine ähnliche Situation erlebt oder davon gehört und kann mir von dem Ergebnis berichten?

Ich wäre euch sehr dankbar für ein Feedback.
LG Claudia

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Beiträge

Beitrag von Elsa geschrieben am 17.11.17, 19:20 Uhr 0 Kommentare
Hallo Claudia!
Ich hatte nach meiner Diagnosestellung auch vor, mich von meinem Partner (wir waren damals schon 8 Jahre zusammen) zu trennen. Allerdings auch in seinem Interesse, weil ich Angst hatte, ihm zur Last zu fallen und sein Leben einzuschränken. Das kam für ihn aber überhaupt nicht in Frage Ich forderte ihn dann auf, sich klar zu machen, was das für ihn bedeutet und sich zu informieren, was auf uns zukommen wird/kann und dann eine Entscheidung zu treffen. Das tat er wohl auch und wir sind nach wie vor glücklich zusammen, trotz einiger (nicht nur MS bedingter) Kapriolen. Seine Bedingung war: ich soll mein Wesen nicht durch die MS verändern lassen.
Ich denke, dass dein Partner schon sehr genau weiß, was es bedeutet sich um jemanden zu kümmern, der Unterstützung benötigt. Und du solltest wirklich ihn entscheiden lassen, was er sich zumuten kann. Ich glaube es ist oft eher eine Angst vorm Anhängig-sein und auf jemanden angewiesen-sein, die einen hindert (was ich übrigens sehr gut verstehen kann) eine Beziehung einzugehen. Damit macht man sich selbst aber auch nicht glücklicher...
Ich hoffe, meine Antwort kommt nicht zu spät, bin grad über deinen Beitrag gestolpert und musste meinen Senf dazugeben ;)
LG, Elsa
Beitrag von icebear geschrieben am 22.08.17, 19:12 Uhr 0 Kommentare
moinsen Claudia ,
ich kann zwar deine Gedanken verstehen , aber muss deinem Partner vollumfänglich zustimmen .
Es ist letztlich ganz allein seine Entscheidung und gerade bei seiner Vorgeschichte solltest Du ihm glauben , dass er weiß was er tut.
Sei froh über dieses Glück und halte es mit beiden Händen fest .
LD
Letzte Aktualisierung: 09.08.2019 11:21