Motto-Wettbewerb

"Miteinander Stark" - Heike B. gewinnt den Motto-Wettbewerb 2020

"Nur wenn wir miteinander reden, leben, arbeiten, kämpfen... können wir stark sein!"

In Deutschland steht der Welt-MS-Tag 2020 unter dem Motto „Miteinander Stark“. Im bundesweiten Wettbewerb der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft hat sich dieser Vorschlag von Heike B. aus Gaggenau durchgesetzt.

"Ich freue mich riesig, dass mein Vorschlag ausgewählt worden ist und ich somit einen Beitrag dazu leisten kann, die Öffentlichkeit auf die Arbeit der DMSG und die Probleme von Menschen mit MS aufmerksam zu machen", jubelte die Gewinnerin im Interview mit dem DMSG-Bundesverband: "Ich bin gespannt, was im Rahmen des Welt-MS-Tages aus dem Motto gemacht wird." Was sie zu ihrem Motto motiviert hat, erklärt Heike B. so: "Miteinander Stark – nur wenn wir miteinander reden, leben, arbeiten, kämpfen können wir stark sein. Das Motto passt gut zum internationalen Rahmenthema 'Connections': Um miteinander stark zu sein, müssen wir erst in Verbindung und Beziehung miteinander treten, dann erst kann eine Gemeinschaft entstehen, die stärkt."

Das Rahmenthema "Connections" (Verbindungen) hat die Multiple Sclerosis International Federation (msif) als gemeinsamen Nenner für die vielen Aktionen in den teilnehmenden Nationen für die nächsten drei Jahre ausgewählt. Auf dieser Basis hat der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft e. V. das Motto für den Welt MS Tag in Deutschland erneut im Rahmen eines Wettbewerbes ermittelt. Mit ihrem Vorschlag "Miteinander Stark" traf Heike B. die internationale Botschaft des diesjährigen Welt-MS-Tages auf den Punkt.

Mitten im Leben kam die Diagnose Multiple Sklerose

Die MS-Diagnose erhielt Heike B. mit 27. „Ich stand mitten im Leben, war voll berufstätig“, berichtet sie: „Für meine Eltern war es ein Schock.“ Der Eintritt in die Kontaktgruppe habe ihr und ihren Eltern damals viele Ängste genommen. Damals kamen gerade die jungen Initiativen auf. Die engagierte Frau aus dem Nordschwarzwald war eines der Gründungsmitglieder einer dieser Kontaktgruppen für junge Multiple Sklerose-Erkrankte bei der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg. "Die Gruppe hat mir damals sehr geholfen", betont sie, "deshalb ist Gemeinschaft auch so ein wichtiges Thema für mich.“ Im Umgang mit der Diagnose habe sie immer mit offenen Karten gespielt, erklärt Heike B. Mit diesem offenen Umgang mit der Erkrankung machte sie in ihrem beruflichen Umfeld gute Erfahrungen. Ihr Chef informierte sich im Gespräch mit ihr über die Multiple Sklerose. Sie erreichte auch mit MS eine Führungsposition und wurde zeitweilig zur Schwerbehindertenvertreterin ernannt.

„Äußerlich sieht man mir nicht viel an, aber ich habe viel mit Fatigue zu kämpfen", verdeutlicht die 48-Jährige. Die Fatigue sei es auch gewesen, die schließlich dazu geführt habe, dass sie mit 45 ihren Beruf aufgeben musste. „Die Vollverrentung war für mich eine Katastrophe“, erinnert sie sich an die schwere Zeit des Abschieds aus dem Berufsleben. Doch schnell öffneten sich neue Wege. Auch nach ihrer Berentung hat der Kontakt zu ihren Kollegen gehalten. Eine ihrer Kolleginnen schrieb ein Buch und Heike B. übernahm das Lektorat. Sie suchte sich weitere neue Wirkungsbereiche. Auch die Musik und das Impro-Theater hat Heike B. für sich entdeckt. Häufig auf der Bühne steht sie heute mit dem „Trio Saitenblasen“, das mit Hackbrett, Gitarre und Blockflöte Musik zum Träumen mit ganz viel Herz vereint. Auch eine CD ist bereits entstanden, wobei vieles zu managen war. Die neuen Aufgaben vermitteln ihr das Gefühl: „Du wirst trotzdem gebraucht!“


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